31.12.2020

Die Eiche ist und bleibt der Liebling unter den Laubholzarten in deutschen Wohnungen. Und das obwohl der jährliche Holzeinschlag gerade mal 2,5 Prozent ausmacht.

Äste und Verwachsungen sowie akzentuierende Baumrinde unterstreichen die Natürlichkeit und Individualität von massiven Eichenmöbeln. Foto: IPM/Hartmann

Seit einigen Jahren schon ist Eiche die beliebteste Holzart, wenn es um die Themen Einrichtung und Möbel geht. Dennoch ist ihr Anteil am jährlichen Holzeinschlag insgesamt niedrig, weiß Andreas Ruf, Geschäftsführer der Initiative Pro Massivholz. Er erklärt: „Laut Statistischem Bundesamt macht die Eiche gerade einmal 2,5 Prozent der im Jahr 2019 eingeschlagenen 68,2 Millionen Kubikmeter Holz aus. Dieser vergleichsweise niedrige Prozentsatz sagt allerdings wenig über die Bedeutung von Eichenholz für den Möbelbau aus. Denn der Nadelholzeinschlag ist grundsätzlich deutlich höher als der Einschlag von Laubholz, was auf den hohen Bedarf an Nadelholz für die Bau- und Papierindustrie sowie die durch Trockenheit und Borkenkäfer befallenen Bestände zurückzuführen ist.“

Verschiedene Optiken
Die Eiche ist in unseren Breiten eine typische Waldbaumart, die laut Bundeswaldinventur 2013 rund 11,6 Prozent der bewaldeten Fläche in Deutschland ausmacht. Von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen findet sich die Eiche in allen Höhenlagen wieder. Dabei ist sie allerdings nicht ausschließlich in Wäldern anzutreffen, sondern kann ebenso auf Weide- oder Ackerflächen vorkommen. „Was viele nicht wissen ist, dass die Eiche hierzulande mehrere Arten aufweist: Neben den einheimischen Trauben- und Stieleichen lassen sich in unseren Wäldern auch aus Amerika eingeführte Roteichen finden“, weiß Ruf.

Leicht rötlichen Ton
Das aufgesägte Holz der Roteiche besitzt im Gegensatz zu den einheimischen Arten einen leicht rötlicheren Ton. Ansonsten lässt sich das Schnittholz der verschiedenen Eichenarten kaum voneinander unterscheiden. Beim stehenden Baum sind die Unterscheidungsmerkmale schon deutlicher sichtbar, wie zum Beispiel an den Blättern und Früchten. „Die Stieleiche etwa lässt sich von der Traubeneiche an den Fruchtständen unterscheiden: Während die Eicheln der Stieleiche einen langen Stiel haben, hängen die Früchte der Traubeneiche so ähnlich wie Weintrauben dicht beieinander“, so Ruf. Im Möbelbau finden alle drei Eichenarten Anwendung, Begriffe wie Asteiche, Wildeiche oder Räuchereiche kennzeichnen dabei verschiedene Strukturmerkmale oder Oberflächenveredelungen, um jedem individuellen Kundenwunsch zu entsprechen.