16.10.2026

Zwei Studienarbeiten ausgezeichnet

Eine Unterarmgehstütze, die beim Aufsetzen Energie speichert, hat den Förderpreis der Heinrich-Blanc-Stiftung gewonnen. Die Stiftung verlieh die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung an den Absolventen Leon Kast von der Hochschule Pforzheim.

Die Heinrich-Blanc-Stiftung zeichnete Leon Kast und Jonathan Müller aus. Im Bild von links: Ragnar Jehle, Prof. Manuel Aydt, Rüdiger Böhle (CEO Blanco), Marc Stoffel, Leon Kast, Jonathan Müller, Manuel Blanc, Frank Straub und Prof. Dr. Steffen Reichert. Foto: Blanco

Kast hatte im Fachbereich Industrial Design eine Bachelor-Thesis mit dem Titel „KinAid – more than just a crutch“ vorgelegt. Die Jury würdigte sie bei einem Festakt im Blanco Brand Experience Center in Oberderdingen. Zur Jury gehörten die Stiftungsvorstände Frank Straub und Marc Stoffel, Stiftungsrat Manuel Blanc, Ragnar Jehle (Vice President / Head of Global Products bei Blanco) sowie die Professorin Cosima Striepe und der Professor Manuel Aydt von der Hochschule Pforzheim.

Gehen mit weniger Kraft
Nach Angaben der Stiftung ermöglicht die Unterarmgehstütze im Vergleich zu herkömmlichen Krücken ein dynamischeres und kraftsparenderes Gehen. Sie speichert beim Aufsetzen Energie und gibt diese im weiteren Bewegungsablauf wieder ab. Den Anstoß gab eine persönliche Erfahrung, sagt Kast: „Durch einen Unfall war ich mehrere Monate auf Unterarmgehstützen angewiesen. Ich empfand bestehende Lösungen als unzureichend, weil sie mit einer hohen körperlichen Belastung einhergehen. Mit ‚KinAid‘ wollte ich für Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen sind, eine spürbare Erleichterung im Alltag schaffen.“ Erste Prototypen entwickelte der Industriedesigner, der auch eine Schreinerlehre absolviert hat, selbst. Um die Stütze zur Marktreife zu führen, gründete er laut Pressemitteilung bereits ein Unternehmen.

Metall ohne Spezialwerkzeug
Den zusätzlich ausgelobten Sonderpreis für Fertigungsverfahren für Metallprodukte, dotiert mit 1.000 Euro, erhielt Jonathan Müller für seine Semesterarbeit. Sie behandelt das Verfahren „Incremental Sheet Metal Forming“, mit dem sich komplexe 3-D-Formen ohne teure Spezialwerkzeuge fertigen lassen. Für die metallverarbeitende Industrie sieht der Student darin die Möglichkeit, Metallprodukte schneller, individueller und wirtschaftlicher zu entwickeln.
Die Auswahl begründet Stiftungsvorstand Frank Straub so: „Wir haben dieses Mal ganz bewusst Arbeiten ausgezeichnet, die an beiden Enden des Anwendungsspektrums stehen: ‚KinAid‘ als Produkt, das es hoffentlich in den Alltag der Menschen schaffen wird und ‚Incremental Sheet Metal Forming‘ als industrielle Anwendung, die einen wirtschaftlichen Nutzen für Unternehmen hat. Wir wünschen beiden Designern und allen, die sich mit ihren Arbeiten beworben haben, viel Erfolg auf ihren weiteren Weg.“
Die Keynote des Abends hielt Dr. Marc Viebahn, langjähriger McKinsey-Berater und heute Partner und Geschäftsführender Gesellschafter der Interconsilium Personalberatung. Sein Thema war „Werteorientierte Führung in Familienunternehmen“.

www.heinrich-blanc-stiftung.de