Mehr Rezyklat, weniger Emissionen

Dank moderner Technologien mit immer höheren Rezyklatanteilen. Foto: Bildschirmfoto Website Agoform
Agoform ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit rund 160 Mitarbeitenden und gehört zu den führenden europäischen Anbietern von Antirutschmatten und Schubkasteneinsätzen aus Kunststoff für die Küchenmöbelindustrie. Im Rahmen des Projekts investierte Agoform in einen kontinuierlichen Schmelzfilter und eine physikalische Schäumanlage für einen bestehenden Extruder.
Neue Anlagentechnik im Werk Löhne
Der neue Schmelzfilter ermöglicht den Einsatz deutlich höherer Anteile von Post-Consumer-Rezyklaten aus Polystyrol. Verunreinigungen werden zuverlässig entfernt, sodass das Recyclingmaterial Primärrohstoffe ersetzen kann, ohne die Qualität der Produkte zu beeinträchtigen. Dadurch stieg der jährliche Rezyklatanteil laut Unternehmen von 168 auf 325 Tonnen. Zusätzliche Einsparungen erzielt die physikalische Schäumanlage. Sie reduziert durch das Aufschäumen der Unterschicht die Materialdichte der Polystyrolplatten, ohne deren Eigenschaften zu verändern, und spart dadurch jährlich rund 39 Tonnen Material ein.
Weniger Emissionen, geringere Kosten
Insgesamt sinken die Treibhausgasemissionen von Agoform durch die Maßnahmen nach eigenen Angaben um rund 527 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr. Die Produktionskosten reduzieren sich um rund 110.500 Euro jährlich. „Unser Ziel ist es, bis 2030 mindestens in Scope 1 und 2 klimaneutral zu produzieren und Scope 3 möglichst zu halbieren. Dafür investieren wir gezielt in Technologien, die Ressourcenschonung, Wirtschaftlichkeit und Produktqualität miteinander verbinden. Die jetzt umgesetzten Maßnahmen zeigen, dass nachhaltige Kunststoffproduktion bereits heute wirtschaftlich realisierbar ist", sagt Jan Ottensmeyer, Geschäftsführer der Agoform GmbH.
Förderung über BAFA-Programm
Die Förderung vermittelte die Effizienz-Agentur NRW (efa), die im Auftrag des NRW-Umweltministeriums Unternehmen zu Ressourceneffizienz berät. Marcus Lodde, Leiter Beratung Finanzierung der efa, ordnet die Förderung ein: „Die Transformation hin zu einer ressourceneffizienten Produktion erfordert häufig Investitionen in innovative Technologien. Passende Förderprogramme können dabei wichtige Impulse setzen. Das Projekt der Agoform GmbH zeigt eindrucksvoll, wie ökologische und wirtschaftliche Vorteile erfolgreich miteinander verbunden werden können." Für die Investitionen erhielt Agoform einen Zuschuss in Höhe von 161.797 Euro aus dem BAFA-Förderprogramm „Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft" (Modul 4). Die efa begleitete Agoform bei der Identifikation geeigneter Fördermöglichkeiten und bei der Beantragung der Mittel.