Die Ware kommt zur Person
Rund 350 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft feierten die Eröffnung auf dem Wolfsberg gemeinsam mit der Gesellschafterfamilie, der Geschäftsführung und Mitarbeitenden.
Nach der Begrüßung durch den für die Logistik verantwortlichen Geschäftsführenden Direktor Boris Katic sprachen Sibylle Thierer, Vorsitzende des Verwaltungsrats, der baden-württembergische Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Dörflinger sowie der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Gregor Riekena, über die Bedeutung des Projekts für Unternehmen, Standort und Region. Thierer und die Geschäftsleitung durchschnitten das rote Band, Katic und Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann lagerten symbolisch einen Warentransportbehälter mit einem „Häfele Lighting"-Produkt ein.
„Die neue Logistikwelt ist ein großer Schritt für Häfele", sagte Dörflinger. Gerade im produzierenden Gewerbe sei Logistik das Herzstück der Wertschöpfung: „Wenn dieses Herz nicht mehr schlägt, kommt alles andere zum Stillstand. Häfele ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine zukunftsweisende Gestaltung der Lieferkette, gelebte Nachhaltigkeit und hohe Innovationskraft nahtlos ineinandergreifen."
Ein Standort mit Geschichte
Der Wolfsberg ist seit Jahrzehnten mit Häfele verbunden. 1968 erwarb Walther Thierer, der das Unternehmen nach seinem Onkel Adolf Häfele in zweiter Generation führte, die ersten Flächen, 1974 zog das Versandzentrum vom heutigen Hauptsitz dorthin um und wurde seither fortlaufend erweitert.
„Mit dieser Investition, der größten in der Unternehmensgeschichte, stellen Gesellschafter und Geschäftsleitung die Weiterentwicklung von Häfele im zweiten Unternehmensjahrhundert sicher. Wir vertrauen in die Menschen, die bei und mit uns arbeiten, wir vertrauen in die Zukunft – bei allen Unwägbarkeiten, die wir in den letzten Jahren erlebt haben und die uns weiter begleiten werden. Und wir vertrauen in die Region", sagt Sibylle Thierer, Vorsitzende des Häfele Verwaltungsrats.
Technik im neuen Shuttlelager
132 selbstfahrende Shuttles bewegen die Behälter auf 33 Ebenen in vier Regalgassen, bis zu 2.038 Kunststoffboxen können pro Stunde ein- und ausgelagert werden. Ein Pick-by-Light-System zeigt den Entnahmeplatz an, eine Software berechnet für jeden Auftrag automatisch die passende Kartongröße.
„Wir machen mit dem Neubau einen großen Schritt im Thema Technologie. Aber darüber hinaus führen wir ein neues Konzept ein: Die Ware kommt nun zur Person, statt umgekehrt. Wir schaffen deutlich ergonomischere Arbeitsplätze und werden gleichzeitig effizienter und produktiver sein", beschreibt Boris Katic, Geschäftsführender Direktor für die Supply Chain, den Kern der Neuerung. Kunden sollen künftig von kürzeren Durchlaufzeiten profitieren, auch spät eingehende Aufträge sollen noch am selben Tag bearbeitet werden. Den Standort Nagold entwickelt Häfele gemeinsam mit Lehrte und weiteren europäischen Standorten zu einem Logistiknetzwerk weiter.
Energieautark bauen und wirtschaften
Das Energiekonzept kombiniert einen der größten Eisspeicher Deutschlands mit Wärmepumpen und Photovoltaik auf Dach und Fassade, wodurch der Gebäudekomplex bei Wärme und Kälte bilanziell energieautark ausgelegt ist. Beim Bau wurden 28.000 Tonnen Abbruchmaterial wiederverwendet, der Turm entsteht zu 30 Prozent aus Recyclingbeton, es gilt der KfW-40-Standard, angestrebt werden zudem die Zertifizierungen DGNB-Gold und QNG-PLUS. Mit einem neuen automatisierten Verpackungsprozess will Häfele nach Angaben von Katic künftig zudem Füllmaterial, Pakethöhe und Transportvolumen spürbar reduzieren, ein für Kunden sichtbares Signal für nachhaltigere Verpackung.
Campus für Ideen und Partnerschaften
Die Investition ist Teil von Häfeles Strategie 2030, mit der das Unternehmen als Lösungs- und Servicepartner unter dem Motto „Maximising the value of space. Together." auftreten will. Rund um den Neubau entsteht schrittweise ein offener Campus mit Showroom, Akademie, Service+, Event- und Innovationsflächen, mehr als 2.000 Quadratmeter davon für die Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten, Hochschulen und Start-ups.
„Wir gestalten Zukunft aktiv. Und wir laden dazu ein mitzumachen", sagt Gregor Riekena, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Häfele, dazu. „Wir freuen uns über jeden, der aus der Region, unserer Branche und darüber hinaus diesen Weg mit uns geht."
Bis 2028 folgen der Turm mit öffentlich zugänglicher Aussichtsplattform und weitere Gebäudeteile des Gesamtprojekts.


