AMK stopft Datenlücken

Volker Irle, AMK-Geschäftsführer: „Eine verlässliche Grundlage für standardisierte, digital nutzbare Einbaudaten.“ Foto: AMK
Es ist ein bekanntes Szenario im Küchenfachhandel: Das genaue Einbaugerät steht noch nicht fest, also wird ein Platzhalter- oder „Dummy"-Schrank in die Küchenplanung eingefügt. Der Küchenmöbelhersteller muss Produktcodes, Einbaumaße und technische Anforderungen nachträglich klären. Auf der Gegenseite liefern Gerätehersteller häufig Verkaufsinformationen, aber keine vollständigen Einbaumaße. Technische Daten liegen vielfach nur als PDF, Zeichnung oder in herstellerspezifischen Formaten vor, kaum geeignet für eine automatisierte Weiterverarbeitung. Das erzeugt Rückfrageschleifen zwischen Möbelherstellern, Küchenfachhandel und Geräteherstellern, schafft Interpretationsspielräume und führt zu Nacharbeit.
„Mit der AMK-Einbaudatenbank schaffen wir eine verlässliche Grundlage für standardisierte, digital nutzbare Einbaudaten. Sie hilft, Rückfragen zu reduzieren, Prozesse zu beschleunigen und die Zusammenarbeit zwischen Möbelindustrie, Handel und Herstellern von Einbaueinheiten weiter zu verbessern", erläutert Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK).
Zentrale Plattform für standardisierte Daten
Die geplante AMK-Einbaudatenbank soll diese Lücke schließen. Als zentrale Branchenlösung konzipiert, soll sie relevante Einbaudaten bündeln, in standardisierte Datensätze überführen und digital verfügbar machen. Küchenmöbelhersteller sollen die benötigten Daten künftig automatisch über eine Schnittstelle abrufen können. Die AG Technik & Normung der AMK definiert die notwendigen Einbaumaße und Parameter. Neue Produkte sollen über standardisierte Datenwege gemeldet werden; bereits im Markt befindliche Produkte lassen sich nachmelden oder über Dienstleister einpflegen.
Das Projekt ist ausdrücklich als Lösung „von der Branche für die Branche“ angelegt. Nach Darstellung der AMK sind alle relevanten Stake-holder – Datenlieferanten und Datennutzer – eingebunden.
Sechzehn Produktgruppen geplant
Ein wesentlicher Unterschied zu bestehenden Datenbanklösungen liegt in der Breite der Abdeckung. Bisherige Lösungen konzentrieren sich vor allem auf klassische Hausgerätebereiche wie Herde, Backöfen, Mulden, Hauben, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler und Waschmaschinen. Die AMK-Einbaudatenbank soll 16 Produktgruppen umfassen, darunter zusätzlich Spülen, Mischbatterien, Abfallsysteme, Lichttechnik, Steckdosen, Stützelemente, Schrankausstattung, Nischenausstattung, Lüftungstechnik und Interieur. Laut AMK liegen bereits Informationen von 587 Lieferanten vor, die derzeit in digital nutzbare Datensätze umgewandelt werden.
Projektstand und beteiligte Akteure
Das Projektteam „Branchendatenbank" arbeitet seit 2023 an der Umsetzung. Auf der Agenda stehen die Festlegung der Produktgruppen, die Definition benötigter Daten je Produktgruppe, die Schnittstellen für die automatische Datenlieferung und die praxisnahe Umsetzung auf Seiten der Datenlieferanten. Alle relevanten Akteure, Datenlieferanten wie Datennutzer, sind nach Angaben der AMK eingebunden.
Für Küchenmöbelhersteller bedeutet die Datenbank den Zugriff auf technische Informationen zu Einbau-Units aus einer zentralen Quelle, weniger Rückfragen im Tagesgeschäft und mehr Planungs- und Produktionssicherheit. Für Gerätehersteller und andere Datenlieferanten bedeutet eine einheitliche Schnittstelle klarere Kommunikation mit der Möbelindustrie und die Möglichkeit, heute noch analoge oder proprietäre Unterlagen in standardisierte Formate zu überführen. Bessere Datenqualität, so die Erwartung, kann auch Nacharbeiten auf der Baustelle reduzieren.