20.09.2026

Mineraloberfläche fast ohne Siliziumdioxid

Mit „ĒCLOS®" bringt Cosentino eine Mineraloberfläche auf den Markt, deren mehrschichtiges 3D-Design vollständig in den Materialkörper integriert ist und dadurch auch in der Tiefe sichtbar bleibt.

Zarte, federartige Adern in leicht dunkleren Nuancen durchziehen beim Dekor „Tajnar“ die hellbeige Oberfläche und vermitteln den Eindruck einer sanften Bewegung und organischer Tiefe. Foto: Cosentino

Die neue Materialfamilie ist nach Angaben des Herstellers mit dem Ziel entwickelt worden, kein kristallines Siliziumdioxid zu enthalten. Spuren von unter einem Prozent lassen sich laut Cosentino allerdings nicht vollständig ausschließen. Relevant ist das vor allem für Verarbeiter. Übliche Quarzkomposit-Platten enthalten häufig deutlich über 90 Prozent kristallines Siliziumdioxid. Beim Zuschneiden, Schleifen oder Polieren entsteht daraus Feinstaub, der Silikose auslösen kann, eine chronische Lungenerkrankung. Australien hat Engineered Stone mit hohem Quarzanteil deshalb zum 1. Juli 2024 komplett verboten. In Kalifornien wird ein ähnliches Verbot vorbereitet. Küchenstudios und Plattenverarbeiter, die ĒCLOS® zuschneiden oder Ausschnitte für Spülen und Kochfelder fräsen, arbeiten damit an einem Material mit spürbar geringerem Ausgangsrisiko. Nassschnitt und Absaugung bleiben trotzdem Standard.

Grundlage der Fertigung ist die patentierte INLAYR®-Technologie: Recycelte Materialien und ausgewählte Mineralien werden robotergestützt verarbeitet, integrierte Dekorationstechniken verankern das mehrschichtige Muster fest im Materialkörper. Die Produktion läuft laut Cosentino mit 100 Prozent erneuerbarer Energie und zu 99 Prozent mit recyceltem Wasser. In die Entwicklung sind nach Unternehmensangaben mehr als 28.000 Forschungsstunden und über 1.500 Teststunden geflossen.

Bis 220 Grad Celsius hitzestabil

Zugleich hält die Oberfläche laut Hersteller Temperaturen bis 220 Grad Celsius stand. Heißes Kochgeschirr könne direkt darauf abgestellt werden, ohne Flecken oder Schäden zu hinterlassen. Anmerkung der Redaktion: Da Kochgeschirr kurzfristig bis zu 400 bis 500 Grad heiß werden kann, besonders Pfannen, wird in Fachkreisen empfohlen, stets eine Unterlage zu nutzen, wenn sehr heißes Kochgeschirr länger als für einen kurzen Moment auf der Platte abgestellt werden soll.

„Eclectic Veins": die erste Kollektion

ĒCLOS® ist für den Einsatz im Innenraum konzipiert, vor allem für Arbeitsplatten in Küchen und Bädern. Die erste Kollektion trägt den Namen „Eclectic Veins" und besteht laut Hersteller aus bis zu 88 Prozent Recyclingmaterialien. Sie umfasst zehn Farbvarianten: „Sandr" (warmes Beige mit goldener Aderung), „Lumer" (elfenbeinfarben mit weicher, heller Zeichnung), „Vancor" (beige mit Gold- und Kupfertönen), „Veilr" (cremefarben mit erdigen Nuancen), „Landr" (weiß mit feinen goldenen Adern), „Wondr" (weiß mit grauen und blauen Adern), „Ivora" (hell-cremefarben mit linearer Zeichnung), „Tajnar" (hellbeige mit feinen, dunkleren Adern), „Legnd" (erdige Brauntöne mit markanten Linien) und „Phantome" (tiefschwarz mit grünen und kupferfarbenen Akzenten).

www.cosentino.com/de/eclos