04.11.2026

Bereits am 27. September 2026 sind die neuen EU-Regeln für Werbung mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen in Kraft getreten. Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) hatte ihre Gütezeichen und Labels dafür vorab angepasst.

Die Gütezeichen und Labels der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel. Grafik: DGM

Nach Darstellung der DGM sind Nachhaltigkeitssiegel seither nur noch zulässig, wenn sie auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt wurden. Selbst gestaltete „Grün-Labels“ ohne unabhängige Prüfung gelten demnach stets als unlauter. Pauschale Aussagen wie „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ müssen auf demselben Medium konkretisiert werden.
Die DGM vergibt von Fürth aus die RAL-Gütezeichen für Möbel und betreut die Klimalabels der Möbelindustrie. Alle Zeichen erfüllen laut Verband die neuen Anforderungen und dürfen auch nach dem Stichtag verwendet werden, von zertifizierten Herstellern ebenso wie vom Möbelhandel.
Als Grundlage nennt die DGM die vier gesetzlichen Merkmale eines Zertifizierungssystems. Der Zugang steht allen Herstellern offen, die die Anforderungen erfüllen, zu transparenten und diskriminierungsfreien Bedingungen. An der Entwicklung der Kriterien beteiligten sich Sachverständige und Fachkreise. Unabhängige Dritte überwachen die Produktzeichen mit einer Erstprüfung im Werk und regelmäßiger Fremdüberwachung. Als Sanktion droht der Entzug des Zeichens, irreführende Kommunikation gilt ausdrücklich als Entzugsgrund. Jedes Label trägt zudem eine Registriernummer und einen QR-Code, über den Verbraucher die Gültigkeit der Zertifizierung selbst prüfen können.
Jochen Winning, Geschäftsführer der DGM, betont: „Wer künftig über Nachhaltigkeit sprechen will, braucht einen Nachweis. Genau den liefern unsere Zertifizierungen – geprüft, überwacht und für jeden Verbraucher nachvollziehbar. Für die Möbelbranche ist das eine Chance: Sie kann Qualität und Nachhaltigkeit glaubwürdig besetzen, während ungeprüfte Versprechen vom Markt verschwinden.“

Was Käufer erwarten
Die DGM verweist auf eine repräsentative YouGov-Befragung im Auftrag der imm cologne unter 2.101 Personen ab 18 Jahren. Für 96,5 Prozent der Befragten ist die Qualität eines Möbelstücks wichtig oder sehr wichtig, für 95,5 Prozent die Langlebigkeit. Nachhaltigkeitsaspekte beeinflussen die Kaufentscheidung von 65,3 Prozent, ebenso viele halten klare Informationen zur Produktionsregion für wichtig. Europaweit beziehen laut einer Erhebung der Boston Consulting Group 52 Prozent der Konsumenten Nachhaltigkeit in ihre Möbelkaufentscheidung ein.

Mustertexte für Hersteller und Handel
Für jedes Zeichen kündigte die DGM EmpCo-konforme Mustertexte für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen an. Sie sind an das jeweilige Siegel und dessen geprüfte Kriterien gebunden. Hersteller und Handel können sie in Produktinformationen, Prospekte, Online-Shops und Verkaufsgespräche übernehmen, ohne eigene Werbeversprechen zu formulieren. Das Portfolio umfasst die RAL-Gütezeichen Möbel („Goldenes M“), „Möbel Schadstoffgeprüft“, „Möbel – zirkulär nachhaltig“ und „Möbel Made in Germany“ sowie die unternehmensbezogenen Labels „Klimapakt Möbelindustrie“ und „Klimaneutraler Möbelhersteller“.
Den Einkaufsverbänden und Handelshäusern bot die DGM an, die Verwendung der Zeichen und der Mustertexte gemeinsam abzustimmen und Einkäufer sowie Verkaufspersonal in kompakten Webinaren zu schulen.

www.das-goldene-m.de