02.02.2021

Die Küchenbranche zählt bekanntlich zu den wirtschaftlichen Gewinnern der Corona-Pandemie. Weil die Menschen ins Zuhause investieren und mehr kochen. Ganz besonders profitiert die Hausgeräteindustrie. Laut Branchenverband ZVEI stieg der Inlandsumsatz in 2020 um 11%.

Starke Entwicklung. Foto: ZVEI

Summe der verkauften Haushaltsgroßgeräte im Jahr 2020. Foto: ZVEI

Dabei war der Start ins Jahr noch verhalten und im zweiten Quartal führte der erste Shutdown sogar zu Einbußen. Doch in der zweiten Jahreshälfte 2020 konnte der deutsche Elektro-Hausgerätemarkt kräftig zulegen. Nach vorläufigen ZVEI-Berechnungen kletterte der inländische Gesamtumsatz mit Haushalt-Groß- und -Kleingeräten im Jahr 2020 auf knapp 10 Mrd. Euro – ein Plus von etwa 11% im Vergleich zum Vorjahr.

Alle Produktgruppen im Plus
Haushalt-Großgeräte kamen hier auf einen Anteil von ca. 6,3 Mrd. Euro (+ 9%), wobei alle Produktgruppen Zuwächse verzeichnen konnten. Besonders stark nachgefragt waren Gefriergeräte (+ 40%), große Kühl-/Gefrierkombinationen, Einbaubacköfen, Induktionskochfelder und Waschtrockner. Insgesamt wurden 2020 in Deutschland etwa 18,2 Mio. Haushalt-Großgeräte verkauft.
Noch stärker wuchs der Inlandsmarkt für Haushalt-Kleingeräte. Mit einem Herstellerumsatz von 3,6 Mrd. Euro verzeichnet die Branche hier ein Plus von etwa 15%. Luftreiniger, akkubetriebene Staubsauger, Kaffeevollautomaten, Küchenmaschinen und Geräte aus dem Segment Wellness und Beauty verkauften sich dabei laut ZVEI „überdurchschnittlich gut“.

Starke Impulsgeber
Der hohe Ersatzbedarf und die gute Baukonjunktur sind seit längerer Zeit starke Impulsgeber für den Hausgerätemarkt. Der Hauptgrund für die außergewöhnliche Entwicklung im Jahr 2020 liegt jedoch in der Umschichtung privater Ausgaben während der Corona-Pandemie, wie der ZVEI in seiner Jahresbilanz betont. „Die Menschen verbringen deutlich mehr Zeit zuhause und stellen höhere Ansprüche an ihre Wohnumgebung. Dazu gehört auch ein Upgrade der technischen Ausstattung, was insbesondere rund um die Themen Kochen und Lebensmittellagerung sichtbar wird. Auch der Aspekt Gesundheit spielt eine große Rolle.“

Qualität, Komfort und Design
Darüber hinaus prägen weitere stabile Trends den Markt: Verbraucher achten beim Kauf auf eine gehobene Ausstattung, komfortable Bedienung und hochwertiges Design. Auch smarte, vernetzbare Hausgeräte treffen zunehmend das Interesse der deutschen Verbraucher.

Auch der Export steigt an
Auch im Auslandsgeschäft zeigt sich eine ähnliche Konjunkturentwicklung. Nach einem Rückgang von 3% im ersten Halbjahr 2020 erholte sich der Export von kleinen und großen Hausgeräten im weiteren Jahresverlauf deutlich, so der ZVEI. Hochgerechnet auf Basis der Zahlen des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum Januar bis November, wurden demnach im Jahr 2020 Elektrohausgeräte im Wert von knapp 10 Mrd. Euro exportiert. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 5%. Die Länder der EU sind mit einem Anteil von etwa 70% die größten Abnehmer. Deutschland gehört zusammen mit Polen und Italien zu den größten europäischen Produktionsländern von Hausgeräten.

Stabiler Markt in 2021
Im Jahr 2021 erwartet der ZVEI „einen stabilen deutschen Hausgerätemarkt auf sehr hohem Niveau“. Und das trotz des Basiseffekts aufgrund der sehr positiven Vorjahresergebnisse und der Corona-bedingt nur schwer kalkulierbaren weiteren Entwicklung des Konsumklimas. Im Exportgeschäft wird ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich für möglich gehalten.

www.zvei.org