22.09.2026

Wenn die alte Küche zur neuen wird

Zwei Jahre lang hat ein Forschungsteam untersucht, wie Nachhaltigkeit den Küchenkauf verändern könnte. Die DER KREIS ANJA SCHAIBLE-Stiftung stellt die Ergebnisse ihres elften Forschungsprojekts Green Kitchen LAB auf der area30 vor und zeichnet sie im Rahmen einer Förderauszeichnung aus.

Studierende und Vertreter der Hochschulen Wismar, Münster und der MöFa, Stiftungspartner der Industrie, Stiftungsvorstand, Stiftungskuratorium/Stiftungsteam sowie Küchenspezialisten freuen sich über die gelungene Präsentation der Projektideen auf der area30. Foto: DER KREIS

„Volles Haus“ auf der area30. Foto: DER KREIS

Ausgangspunkt ist der Befund, dass sich Verbraucher zunehmend mit Ressourcenschonung, Werterhalt und nachhaltigem Konsum beschäftigen. Green Kitchen LAB liefert dazu Forschungsgrundlagen für strategische Denkanstöße in der Branche. „Wir wollen mit Green Kitchen LAB nicht vorhersagen, wie die Küche der Zukunft aussehen wird. Uns geht es darum Denkmodelle zu aktivieren, die untersuchen, welche Auswirkungen ein stärkeres Nachhaltigkeitsbewusstsein auf den Verbraucher, die Küchenplanung und neue Geschäftsmodelle haben könnte“, erklärt Ernst-Martin Schaible, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.
Statt über eine neue Küche nachzudenken, könnten Verbraucher künftig zunächst prüfen, wie sich ihre bestehende Küche weiterentwickeln lässt, etwa durch neue Elektrogeräte, moderne Fronten, eine andere Arbeitsplatte oder zusätzliche Funktionen. Diese Fragen könnten zum Startpunkt eines Beratungsprozesses werden. Die Untersuchungen des Green Kitchen LAB zeigen, dass Modernisierung, Umbau und Neubeschaffung häufig unterschiedliche Stationen derselben Customer Journey sein können. Aus einer anfänglichen Modernisierungsidee kann im Beratungsprozess zwischen Kunde und Küchenspezialist eine umfassende Umgestaltung oder eine komplett neue Küche entstehen.

Chancen für Küchenspezialisten
Hier sieht das Projekt Potenziale für Küchenspezialisten. Sie verfügen über Kompetenzen bei Modernisierung, Erweiterung, Umbau und individueller Planung, Fähigkeiten, die mit wachsender Bedeutung von Nachhaltigkeit und Werterhalt stärker gefragt sein könnten. Green Kitchen LAB versteht Nachhaltigkeit als möglichen Impulsgeber für neue Beratungsideen, Kundenkontakte und Dienstleistungen.
Die Forschungsarbeit richtet den Blick auf den gesamten Lebenszyklus einer Küche, auf Langlebigkeit, Modernisierungsfähigkeit, Reparatur, Wiederverwendung von Komponenten sowie mögliche Ansätze einer stärkeren Kreislaufwirtschaft.

Zwei Forschungsschwerpunkte: KAAS und NEAS
Ein Forschungsschwerpunkt widmet sich dem Szenario „Kitchen as a Service“ (KAAS): Küchen als langfristig nutzbare Systeme, die sich über viele Jahre flexibel an veränderte Lebenssituationen und Anforderungen anpassen lassen. Ein zweiter Strang untersucht unter dem Titel NEAS, Nachhaltige Ernährung als Service, wie Küchen künftig einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln unterstützen könnten, etwa durch bessere Vorratshaltung, Frischhaltung oder die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

60 Beteiligte aus Wissenschaft, Handel und Industrie
Rund 60 Studierende, Wissenschaftler, Industriepartner und Küchenspezialisten haben zwei Jahre lang gemeinsam an den Szenarien gearbeitet. Beteiligt waren die Hochschule Wismar mit dem Bereich Gestaltung, die Universität Münster mit der Ökotrophologie und die Möbelfachschule Köln, dazu Industriepartner wie AEG, Ballerina Küchen, Hettich, Kesseböhmer und Rehau sowie die Küchenfachhändler Schreckenberg, Grambow & Widmer und Nagel Küchen.

www.anja-schaible-stiftung.de

www.derkreis.de