10.04.2019

„Physik kann man nicht ändern – Bedingungen schon. Neue Fakten zum Thema Dunstabzug in der Küche.“ So überschreibt Naber die Ergebnisse einer aktuellen Studie.

Kochwrasen sollten nie direkt in den Küchenschrank gepustet, sondern stets über ein Luftkanalsystem (Foto „Compair flow“ Rohrset) abgeleitet werden. Sonst drohen Schimmelschäden. Foto: Naber

Durchgeführt wurde diese Studie vom Institut für Holztechnologie und dem Institut für Technische Gebäudeausrüstung, beide in Dresden, sowie dem Passivhaus Institut (Projektleitung). Als Technikpartner beteiligt waren der Küchenzubehörhersteller Naber GmbH sowie Anbieter von Dunstabzugssystemen und ein Küchenmöbelhersteller. Gefördert wurde die Arbeit vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, welches zum Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung gehört.

Am besten an die Wand
Um Gerüche, Fett und Feuchte, die beim Kochen entstehen, möglichst vollständig abzuführen, ist der Luftvolumenstrom, also die Menge der erfassten Raumluft, ausschlaggebend für die Reinigungsleistung. „Diese Luftmenge hängt nicht ausschließlich von der elektrischen Leistung des Dunstabzugs ab, sondern stark von seiner Position und Bauart“, betonen die Experten. So zeigen demnach an der Wand montierte Dunstabzugshauben in richtigem Abstand über dem Kochfeld die beste Leistung. Kopffreihauben und freihängende Inselhauben erfassen den Kochwrasen weniger stabil.

Abzug nach unten braucht mehr Leistung
Erste Versuche haben ergeben, so Naber, dass bei Kochfeldabsaugungen, die als Muldenlüfter oder Downdraft den Wrasen nach unten absaugen, deutlich höhere Luftleistungen als bei anderen Bauarten notwendig sind. Zudem sei in den Messungen zu beobachten gewesen, dass Kochfeldabsaugungen bei hohen Töpfen den Kochdunst auch bei höchster Leistung nicht vollständig erfassen.

Planung von Abluft- und Umluftsystemen
Der aus der Studie entstandene Leitfaden enthält wichtige Grundlagen als Entscheidungshilfe für ein Abluft- oder ein Umluftsystem. Da bei Umluft keine Feuchtelasten abgeführt werden, der beim Kochen entstehende Wasserdampf also in der Wohnung verbleibt, empfehlen die Autoren die Kombination mit einer ausreichend dimensionierten Wohnungslüftungsanlage oder das zusätzliche Lüften über die Fenster.
Fakt sei aber auch: Die Filter eines Umluftsystems erhöhen den Druckverlust. Dadurch sind für die gleiche Erfassungsleistung höhere Luftleistungen notwendig. Um vor allem den für die Geruchsminderung zuständigen Aktivkohlefilter zu trocken, benötigen Umluftsysteme zudem eine längere Nachlaufzeit.

Nicht einfach in den Sockel leiten
Die bei Kochfeldabsaugungen häufig realisierte Abführung des Wrasens in den Sockelbereich des Küchenschranks wird ausdrücklich nicht empfohlen, da sonst Feuchte- und Schimmelschäden drohen. Die Alternative sind Luftkanalsysteme, die die gefilterte Luft aus dem Sockelbereich herausführen, oder ein Abluftsystem.
Für Abluftsysteme empfehlen die Autoren luftdicht abschließende Mauerkästen. Zudem gibt der Leitfaden Hinweise für die Dimensionierung der notwendigen Frischluftnachströmung.

Nicht an die Wohnraumlüftung anschließen
Energieeffiziente Gebäude werden regelmäßig mit Anlagen zur Wohnungslüftung ausgestattet. Hierzu gibt der Leitfaden ebenfalls konkrete Hinweise. So gibt es baurechtlich keine technischen Vorgaben, sowohl Abluft- wie Umluftsysteme können eingesetzt werden. Eine Einbindung des Dunstabzugssystems in die Wohnungslüftung wird aus Gründen des Brandschutzes, der Hygiene sowie der lüftungstechnischen Auslegung von den Autoren nicht empfohlen.

Dunstabzug in Passivhäusern
Der Leitfaden enthält auch detaillierte Hinweise für die Installation von Dunstabzugssystemen in Effizienzhäusern. Lediglich für die höchsten Standards (Passivhäuser und Effizienzhaus 40) wird vor allem bei kleinen Räumen die Umlufttechnik empfohlen. Im Bestand oder bei Neubauten nach Energieeinsparverordnung und einem Effizienzhaus 55 haben Planer und Käufer die Wahl.

Gefährliche Rauchgase ausschließen
Soll ein Kaminofen oder eine andere offene Feuerstelle gemeinsam mit einem Dunstabzug betrieben werden, empfehlen die Autoren generell raumluftunabhängig zugelassene Feuerstellen. Bei Abluftsystemen sind Fensterkontaktschalter oder automatische Zuluftkästen notwendig, um eine Gefährdung durch kritische Unterdrücke und Rauchgase auszuschließen.

Kostenfrei erhältlich
Der Leitfaden, der die zahlreichen Detailinformationen aus der Studie anschaulich zusammenfasst, kann kostenlos unter compair-flow.com heruntergeladen werden.

www.naber.com
www.compair-flow.com