Fairen Wettbewerb für den Industriestandort Europa angemahnt

Jan Hobert. Foto: Hettich
Hettich zählt zur Stahl verarbeitenden Industrie und ist nach eigenen Angaben auf wettbewerbsfähige europäische Wertschöpfungsketten angewiesen. „Für unsere Branche ist entscheidend, dass Regulierungen wie das CO₂‑Grenzausgleichssystem CBAM entlang der gesamten Wertschöpfungskette fair ausgestaltet sind. Nachteile für weiterverarbeitende Unternehmen in Europa müssen vermieden werden“, sagt Jan Hobert, Director Procurement bei Hettich, in einer Pressemitteilung des Unternehmens.
Lücke im CO2-Grenzausgleich
Im Zentrum der Kritik steht die Ausgestaltung des CBAM. Das System erfasst bislang Stahl und zahlreiche Vorprodukte, nicht aber viele stahlintensive Komponenten und Fertigprodukte wie Möbelbeschläge. Dadurch drohen nach Einschätzung von Hettich Verarbeitungsschritte und Arbeitsplätze aus Europa abzuwandern, während fertige Produkte verstärkt importiert werden. Die Emissionen verlagerten sich damit lediglich in andere Weltregionen.
Hettich sieht darin die Notwendigkeit, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten sicherzustellen. Das Unternehmen fordert, Klimaschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam zu denken. Europäische Hersteller müssten ihre Produktion demnach dekarbonisieren können, ohne dadurch gegenüber internationalen Wettbewerbern strukturell benachteiligt zu werden.
Forderung nach politischer Nachschärfung
Jan Hobert fordert von der Politik Nachbesserungen am CBAM: „Jetzt muss die Politik sicherstellen, dass auch relevante Downstream-Produkte konsequent in das CO₂‑Grenzausgleichssystem CBAM sowie in handelspolitische Schutzinstrumente wie Safeguards und Antidumpingmaßnahmen einbezogen werden. Nur so entsteht echte Chancengleichheit und die industrielle Wertschöpfung bleibt in Europa.“
Initiator des Konvois ist der europäische Branchenverband EUROMETAL, der Handel und Distribution von Stahl, Rohren und NE-Metallen in Europa vertritt. Neben Hettich unterstützen zahlreiche weitere europäische Unternehmen und Verbände die Initiative, die sich für faire Wettbewerbsbedingungen, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und den Erhalt industrieller Arbeitsplätze einsetzt.