20.10.2026

Dr. Peter Christian Zinkann ist tot. Der langjährige geschäftsführende Gesellschafter des Gütersloher Hausgeräteherstellers Miele starb am 19. Oktober im Alter von 98 Jahren.

Miele trauert um Dr. Peter Christian Zinkann, der am 19. Oktober 2026 im Alter von 98 Jahren verstorben ist.

Mit ihm verlieren das Unternehmen und die gesamte Hausgeräte- und Küchenbranche eine prägende Persönlichkeit der vergangenen Jahrzehnte. Peter Christian Zinkann wurde 1928 in Bremen geboren. In den letzten Kriegstagen zog die Familie nach Gütersloh, wo er bis zu seinem Tod lebte. Er schloss 1954 sein Maschinenbaustudium als Diplom-Ingenieur ab, promovierte eineinhalb Jahre später zum Dr. rer. pol. und trat 1957 in das Unternehmen ein, das sein Großvater Reinhard Zinkann 1899 gemeinsam mit Carl Miele sen. gegründet hatte. Mehr als vier Jahrzehnte leitete er es zusammen mit seinem Geschäftspartner Rudolf Miele, bis zum 31. Dezember 2004. Seit 1999 vertritt sein Sohn Dr. Reinhard Zinkann die Familie in der Geschäftsleitung der Miele Gruppe.
„Mit dem Tod von Dr. Peter Christian Zinkann verlieren Miele, die Industrie und das Land eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit, die Familie ihren großmütigen Patriarchen, die Stadt einen engagierten Ehrenbürger – und die Belegschaft von Miele ihren hochverehrten Seniorchef“, würdigt die Geschäftsleitung der Miele-Gruppe die menschliche Lebensleistung des Verstorbenen.
 
Mehr als 130 Patente
Dr. Peter Christian Zinkann spielte eine entscheidende Rolle dabei, das Unternehmen zu einem führenden Hausgerätehersteller weiterzuentwickeln. Zu den Meilensteinen dieser Zeit zählen unter anderem die erste vollautomatische Frontlader-Waschmaschine von Miele (1958), Europas erster elektronisch gesteuerter Trockner (1966), die Besteckschublade (1986) und die „Schontrommel“ (2001). Während seiner aktiven Zeit bei Miele und darüber hinaus meldete er mehr als 130 Patente an und erhielt sie. Auch im Ruhestand kamen weitere hinzu.
Als Leitbild seines Handelns nennt Miele den Dienst an Kundschaft und Beschäftigten neben dem wirtschaftlichen Erfolg, dazu den Blick auf das Gemeinwohl und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Zinkann dachte in Generationen und legte Wert auf Bodenständigkeit und finanzielle Solidität. Dem Unternehmen blieb er auch nach seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung bis zuletzt eng verbunden.
 
Ehrungen und Engagement
Die Stadt Gütersloh ernannte ihn 2003 zum Ehrenbürger. Er unterstützte sie zeitlebens mit Zuwendungen. Zuletzt ermöglichte er die grundlegende Restaurierung der Orgel in der Stadthalle, die sein Vater Kurt Christian Zinkann 40 Jahre zuvor gestiftet hatte. 2004 ernannte ihn die Universität Paderborn zum Ehrensenator, in Anerkennung seines Einsatzes für eine praxisnähere Ingenieursausbildung. Die Universität Bonn zeichnete ihn für sein Lebenswerk auf dem Gebiet der Haushaltstechnik mit der Carl-Heinrich-Dencker-Ehrennadel aus. 2006 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein jahrzehntelanges Engagement im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich. In der Laudatio hieß es: „Das Bemühen, das wirtschaftlich Richtige und das menschlich Richtige in Übereinklang zu bringen, hat Ihnen in ungewohntem Maße Vertrauen und Zuneigung gebracht.“
In Gütersloh ist vor dem Miele-Museum ein öffentlich zugänglicher Kondolenzraum eingerichtet.  Weitere Informationen zur Beisetzung werden zeitnah mitgeteilt.
 
www.miele.de