04.05.2026

Rund 140 Fachleute aus der industriellen Möbelfertigung kamen zum 35. REHAU Kantensymposium nach Lübbecke. Gastgeber war die IMA Schelling Group; Netzwerkpartner waren Leitz, Riepe und Fagus-GreCon.

Betriebsrundgang beim 35. REHAU Kantensymposium 2026 bei der IMA Schelling Group. Foto: Rehau

Aktuelle Kantentechnologie: „Raukantex pigmento“. Foto: Rehau

Im Mittelpunkt standen Kantenbearbeitung, Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit. Das bewährte Format kombinierte am Vormittag sechs Stationen in der Fertigung mit vier Fachvorträgen am Nachmittag in der Barre's Brauwelt. Vertreten waren Unternehmen aus der Küchen- und Büromöbelindustrie sowie Zulieferer, darunter auch Gäste aus Skandinavien.
„Am Ende war es wieder eine gute Mischung aus Theorie und Praxis“, kommentiert Matthias Hacker, Projektverantwortlicher bei REHAU Interior Solutions, die Veranstaltung. Besonders gut angekommen sei das Qualitätstool „Edge Inspect“ von Fagus-GreCon.

Design, Qualität und Nachhaltigkeit
Rehau zeigte im Designbereich Hybrid- und Chrom-Kanten sowie Individualisierungsmöglichkeiten per Digitaldruck mit „RAUKANTEX canvas“. Im Qualitätsblock präsentierte das Unternehmen Ergebnisse eines industriellen Nullfugen-Tests: Das Material OMR3 erreichte laut Unternehmen eine verbesserte Feuchtebeständigkeit bis auf PUR-Niveau. Beim Thema Nachhaltigkeit steht „RAUKANTEX eco“ im Fokus, das mit 50 Prozent postindustriellen PP-Rezyklaten einen nach Herstellerangaben deutlich reduzierten CO2-Fußabdruck gegenüber ABS und PP aufweist.
Fagus-GreCon stellte mit „Edge Inspect“ ein System zur Qualitätskontrolle vor, das die Kantengeometrie per Laser-Triangulation erfasst. Es erkennt Ausbrüche, offene Leimfugen sowie zu kurze oder zu lange Kanten und liefert Hinweise auf fehlerhafte Werkzeugeinstellungen. Das System arbeitet geometriebasiert und damit dekorunabhängig.

Maschinen und Werkzeuge
IMA Schelling zeigte Lösungen für grifflose Fronten, profilierte Kanten und Falzgeometrien sowie CNC-Anwendungen mit vorgeritztem Kantenmaterial. Mit den Baureihen „Novimat Concept“ und „Novimat Systems“ stellte das Unternehmen eine Maschinenlösung vor, die Rollenware bis 3 mm und Leisten bis 20 mm verarbeitet und sich modular an unterschiedliche Fertigungsanforderungen anpassen lässt.
Leitz präsentierte mit „ProfilCut Q Diamond“ ein durchmesserkonstantes Werkzeugsystem für die Kantennachbearbeitung. Das System ist laut Hersteller bis zu fünfmal nachschärfbar und danach ohne erneuten Einstellaufwand einsetzbar. Rüstzeiten sollen sich im Vergleich zu Einwegwerkzeugen deutlich reduzieren lassen.
Riepe zeigte einen Durchflusswächter zur Prozesskontrolle, der den Flüssigkeitsauftrag in Echtzeit überwacht.

Kreislaufwirtschaft in der Praxis
Ein Kundenvortrag von Assmann zeigte, wie Nachhaltigkeit in der industriellen Fertigung konkret umgesetzt werden kann. Andreas Fipp, Leiter Industrial Engineering, erläuterte die sortenreine Sammlung von PP-Produktionsresten, deren Rückführung zum Rehau-Recycler sowie die Umstellung auf Eco-PP-Kanten mit 50 Prozent postindustriellem Recyclinganteil.
Das 36. Kantensymposium findet 2027 in Schopfloch statt, dann gemeinsam mit der HOMAG Group als Gastgeber. Videos der Fokusthemen sind unter rehau.com/kantensymposium2026 abrufbar.

www.rehau.com