23.04.2019

Mit 13,4 Mrd. Euro konnte die BSH Hausgeräte GmbH im Geschäftsjahr 2018 den zweithöchsten Umsatz ihrer Unternehmensgeschichte verzeichnen. Wechselkursbereinigt entspricht dies einem Plus von knapp 1%, auf Euro-Basis einem Rückgang von 3,2%.

Der Konzernvorstand der BSH Hausgeräte GmbH mit dem Vorsitzenden Karsten Ottenberg (Foto links) an der Spitze berichtetet von einem grundsätzlich schwierigen Geschäftsjahr 2018 mit leichten Umsatzeinbußen. Foto: BSH

Mit seinen digitalen Services rund um Home Connect zählt die BSH zu den führenden Anbietern im Markt. Foto: BSH

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Laut Konzernspitze gelang dies in einem herausfordernden Umfeld, geprägt von Wechselkursschwankungen und volatilen Märkten weltweit. „Nach acht Jahren mit starkem Wachstum haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr spürbar verändert: Die Entwicklung unserer Märkte ist volatiler geworden, gleichzeitig sehen wir einen stark zunehmenden Wettbewerb aus Asien sowie Herausforderungen und Veränderungen im Handel“, sagt Karsten Ottenberg, Vorsitzender der BSH-Geschäftsführung. „In diesem Umfeld hat sich die BSH gut behauptet und mit unserer Hardware+ Strategie adressieren wir für die Zukunft die richtigen Themen.“

Unterschiedliche Ergebnisse in den Regionen
Wie Karsten Ottenberg bei der Bilanzpressekonferenz des Konzerns ausführte, stand der weltweite Hausgerätemarkt 2018 „weiterhin unter dem Einfluss vielfältiger politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen“. Bei der BSH sei dies an den Umsatzentwicklungen der einzelnen Regionen ablesbar. Während sich der Umsatz in den BSH-Regionen Nordamerika (+2,5%) und Asien-Pazifik (+11,3%) positiv entwickelte, machten sich insbesondere in der Region T-MEA-CIS (Türkei, Naher Osten, Afrika, Russland und GUS- Staaten) deutliche Wechselkurseffekte bemerkbar, die zu einem Umsatzrückgang von 16% führten (+3,7% auf Basis der lokalen Währung).
In der Region Greater China (China, Hongkong, Taiwan) ist die BSH weiterhin der größte nicht-chinesische Hausgerätehersteller. Eine verminderte Nachfrage nach Konsumgütern sowie die Unsicherheit durch den Handelsstreit mit den USA belasteten jedoch die BSH-Umsatzentwicklung (-5,7%).
In der Region Europa konnte die BSH ihre Position als Marktführer behaupten und die rückläufige Nachfrage der Konsumenten gut auffangen. In vielen Ländern Osteuropas sowie in Frankreich, Italien und den Niederlanden konnte die BSH dabei ihre Marktanteile im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern. Die Situation insbesondere in den Märkten Deutschland und Großbritannien belastete hingegen die Umsatzentwicklung in Europa, so dass diese in Summe knapp auf dem Vorjahresniveau blieb (-1,2%). Insgesamt verzeichnet die BSH zum Jahresende 2018 einen stabilen Beschäftigungsstand mit weltweit rund 61.000 Mitarbeitern.

Rekordausgaben für Forschung und Entwicklung
Auch im Jahr 2018 steigerte die BSH ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich. Dabei standen weiterhin digitale Technologien und Innovationen im Fokus. Im vergangenen Jahr hat der Hausgerätehersteller neben den 5,0% des Gesamtumsatzes für Forschung und Entwicklung auch 619 Mio. Euro (4,6% des Gesamtumsatzes) für Investitionen aufgewendet.
Die BSH investierte dabei stark in bestehende und neue Standorte, insgesamt in zehn Technologiezentren und Fabriken weltweit: Im chinesischen Chuzhou entstand eine neue Geschirrspülerfabrik, eine neue Trockner- und Ofenfabrik befinden sich im Bau. In Nordamerika, Europa und der Region Asien-Pazifik finanzierte die BSH sowohl die Erweiterung als auch den Neubau von Technologiezentren und Produktionsflächen: drei in den USA, eine in Indien, zwei in Polen sowie das Technologiezentrum für Elektronikentwicklung am deutschen Standort Traunreut.

Einheitliche Plattform für vernetzte Hausgeräte
Mit dem SystemMaster hat die BSH eine einheitliche digitale Steuerungseinheit für ihre vernetzten Hausgeräte entwickelt. Der neue Mikroprozessor und seine einheitliche Softwarearchitektur ermöglichen es Konsumenten, auf ihren vernetzten Hausgeräten digitale Services zu nutzen, Apps und Programme herunterzuladen sowie Software zu aktualisieren. Damit können Konsumenten in Zukunft auch während der Nutzungszeit an BSH-Innovationen für ihr Gerät teilnehmen. Im September 2018 wurden am Standort Dillingen die ersten Testgeräte (Geschirrspüler) mit SystemMaster gefertigt. Erste Geräte mit dieser neuen Plattform kommen ab 2020 in den Handel.

Weiterer Ausbau von Home Connect und der Digital Business Unit
Mit Home Connect verfügt die BSH bereits seit 2014 über das nach eigenen Angaben „weltweit größte digitale Ökosystem für die vernetzte Küche“. Aktuell ist Home Connect in 34 Ländern vertreten. 37 Partner sind Teil der Home Connect Plattform und bieten ihre Dienstleistungen für vernetzte Hausgeräte an. Weitere Länder und Partner werden im Laufe des Jahres folgen, teilte der Konzern jetzt mit. Und: „Konsumenten können künftig wählen, über welchen Kanal sie mit Home Connect interagieren wollen, sei es per App, Sprachsteuerung, Facebook-Messenger oder über sogenannte Wearables, etwa die Fitbit Smart Watch. So ermöglicht Home Connect dem Konsumenten einen persönlich effizienten Einstieg in die Welt der individuellen Zusatzdienstleistungen für seine vernetzten Hausgeräte.“

Auf der Suche nach innovativen digitalen Services
Um seine Entwicklung zum Hardware+ Unternehmen weiter zu beschleunigen, hat die BSH im vergangenen Jahr die Digital Business Unit gegründet. Aktuell läuft in dieser Einheit sowohl das Future Home Accelerator Programm, das die BSH gemeinsam mit dem Start-up-Spezialisten Techstars ins Leben gerufen hat, als auch die BSH Venture Client Initiative BSH Startup Kitchen. Das Accelerator-Programm dient in erster Linie dazu, innovative digitale Services für Konsumenten in Zusammenarbeit mit ausgewählten Start-ups zu identifizieren und zu entwickeln. Am 9. Mai 2019 werden die zehn Finalisten-Teams ihre Produkte und Lösungen der BSH und potentiellen Investoren präsentieren. „Wir sind davon überzeugt, dass wir von Transparenz, Neugier und Wissensaustausch mit jungen Unternehmen profitieren können. Unsere BSH Startup Kitchen und unser Accelerator-Programm fördern Innovationen, mit denen wir zügig Produkte und Services in der vernetzten Welt anbieten, die die Bedürfnisse unserer Konsumenten weltweit wirklich befriedigen“, sagt Karsten Ottenberg.