04.03.2026

Wein in idealer Trinktemperatur lässt sich auch ohne großformatige Einbauten lagern. Weinschubladen oder schmale Unterbaugeräte bieten kompakte Alternativen. Was der Faszination des Luxuriösen aber nichts vom Wert abspricht, wie eine der Neuheiten aus dem Messeherbst 2025 zeigt.

Foto: Liebherr

Foto: Blaupunkt

Foto: Amica

Foto: FRIO

Foto: Gaggenau

Auf kleinem Raum
Mit dem neuen Unterbau-Weinkühlschrank „UWpri 3672" erweitert Liebherr sein Sortiment um eine kompakte Lösung zur Weinlagerung. Zwei Temperaturzonen ermöglichen die gleichzeitige Aufbewahrung unterschiedlicher Weinsorten unter idealen Bedingungen. Flexible Holzborde sorgen für vibrationsarme Lagerung, 92 Liter Volumen bieten Platz für eine gut sortierte Auswahl. Die grifflose Tür öffnet dank „TipOpen"-Funktion durch leichtes Antippen und eignet sich damit besonders für moderne Küchenkonzepte ohne sichtbare Griffe.

Kompaktes Format
Mit der neuen Weinschublade ergänzt Häcker-Eigenmarke Blaupunkt sein Kühlgeräteprogramm um eine Lösung für Weinliebhaber mit begrenztem Platz. Die Schublade bietet Platz für bis zu fünf Flaschen und ermöglicht eine präzise Temperaturregulierung zwischen 5°C und 20°C. Das gläserne Sichtfenster erlaubt jederzeit einen Blick auf die Auswahl. Komfortabel zeigt sich auch die Bedienung: Die elektronische Öffnungsfunktion reagiert auf leichten Druck. Damit fügt sich das Gerät auch in eine grifflose Küchenplanung ein.

In vielen Größen
Amica bietet ein Sortiment an Weinkühlschränken, das auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten ist. Vom großzügigen Standgerät für bis zu 118 Flaschen bis zur nur 15 cm breiten Weinschublade für fünf Flaschen reicht das Angebot. Damit lassen sich auch kleine Räume effizient nutzen. Alle Geräte sind mit hochwertiger Technik ausgestattet. UV-geschütztes Rauchglas soll Lichtschäden verhindern, vibrationsdämpfende Böden aus Buchenholz sorgen für ruhige Lagerbedingungen. Die Temperatur lässt sich in bis zu zwei Zonen elektronisch regeln. Ein Luftfeuchtigkeitssystem soll die Korken vor dem Austrocknen schützen. Ein Tür-Offen-Alarm signalisiert kritische Abweichungen, bevor es zu Beeinträchtigungen kommt. Besonders praktisch für kleine Küchen ist die Weinschublade. Sie integriert sich harmonisch in moderne Küchenplanungen und verzichtet auf sichtbare Griffe.

Wein, Käse, Gemüse, Fleisch
Die FRIO Germany GmbH präsentierte im Messeherbst 2025 eine Vielzahl an Geräten für die Lagerung von Wein, Lebensmitteln und Fleisch. Im Mittelpunkt standen mehrere Neuheiten der Marken „avintage" und „FrigeluX".
So wurde unter der Marke „avintage" das neue Weinlager-Einbaugerät „AVI6075PLATINUM" für 75er-Nischen vorgestellt. Es bietet Platz für 32 Flaschen in zwei Klimazonen. Die Frontbelüftung erspart sichtbare Lüftungsgitter, der elektronische „Push2open"-Mechanismus ermöglicht eine grifflose Integration. Ein „Pantographscharnier" und ein wechselbarer Türanschlag gehören ebenfalls zur Ausstattung.
Als weitere Ergänzung für die professionelle Weinlagerung und -kühlung zeigte das Unternehmen das Unterbaumodell „AVU41D82". Es ist für die 40er-Nische konzipiert und nimmt 29 Flaschen in zwei Klimazonen auf. Beide Geräte lassen sich über die „Vinotag"-App steuern, inklusive Temperaturregelung, Lichtsteuerung und Alarmfunktionen.
Neu sind auch zwei Geräte für die spezialisierte Lebensmittelkühlung. Das Einbaugerät „AVI45CHEESE" ist auf die Lagerung und Reifung von Käse ausgerichtet. Es bietet ein Klima mit regelbarer Temperatur zwischen 5 und 20°C, zwei Teleskopauszüge und integrierte „WiFi"-Steuerung. Das Unterbaugerät „AVU60VEGETAL" dient der Lagerung von Obst und Gemüse. Es bietet einen Temperaturbereich von 0 bis 18°C, zwei Schubladen mit Griffmulden sowie LED-Beleuchtung und eignet sich für die 60er-Unterbaunische.
Die Marke „FrigeluX" zeigte mit dem Dry-Aging-Schrank „DAC350N" eine Lösung für die Reifung von Fleisch. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Hygiene lassen sich laut Hersteller präzise regeln. Das Gerät ermöglicht sowohl die Hängereifung an Haken als auch die Lagerung auf Tablaren.
Ebenfalls beim jüngsten Messeauftritt auf der area30 in Löhne zu sehen: das Multidoor-Modell „MTD190XBI", das sich freistehend oder flächenbündig in die Küchenplanung integrieren lässt.
Das vollständige Sortiment der FRIO Germany GmbH umfasst die vier Marken „avintage", „Climadiff", „La Sommelière" und „FrigeluX".
Technischer Hinweis: Ein „Pantographscharnier" ist ein spezieller Scharniermechanismus, der es ermöglicht, eine Möbelfront beim Öffnen gleichmäßig und flächenbündig nach vorne zu bewegen, ohne dass sie ausschwenkt. Das bietet vor allem bei flächenbündigen und engen Einbausituationen Vorteile.

Auch höchstem Niveau
Gaggenau hat eine neue Generation von Weinklimaschränken vorgestellt, die den Umgang mit Wein im privaten Umfeld neu definieren soll. Im Zentrum der anspruchsvollen Technologie steht die automatische Temperierung. Diese arbeitet flaschenindividuell: Infrarotsensoren messen kontinuierlich die Temperatur jeder Flasche in den beiden oberen Zonen. Basierend auf Flaschenanzahl und Weinsorte bringt das Gerät den Inhalt präzise auf die gewünschte Serviertemperatur. Der Nutzer erhält eine Zeitangabe zur Dauer, eine Lichtanzeige im Gerät signalisiert den Abschluss. Zusätzlich meldet die Gaggenau „Home Connect"-App das Erreichen der Zieltemperatur. Unterstützt werden Rot-, Weiß-, Rosé- und Schaumweine.
Die Serie umfasst Modelle für 68 oder 110 Flaschen, jeweils mit „Soft-Close"-Auszügen, Präsentationsbereich, UV-Schutz und Aktivkohlefilter. Auch die Beleuchtung ist regelbar: Drei voreingestellte Szenarien oder individuelle Anpassung über die App sind möglich. Die Steuerung erfolgt über ein Touchdisplay mit animierten Kurzbedienhilfen. Gestalterisch folgt das Interieur dem Stil der „Expressive"-Serie: dunkler, gebürsteter Edelstahl kombiniert mit Eichenholz. Die Geräte sind einzeln einsetzbar oder lassen sich modular mit weiteren Kältekomponenten der Serie kombinieren. Erhältlich sind sie seit Dezember 2025.
Sven Baacke, Head of Design bei Gaggenau, erläutert den Stellenwert der Neuheit für die Luxusausstattung: „Wir haben nicht nur einen Weinklimaschrank entwickelt, sondern ein System, das das Ritual rund um den Wein begleitet." Auch Geschäftsführer Marco Tümmler hebt hervor: „Die automatische Temperierung vereinfacht einen komplexen Vorgang – ohne Verzicht auf Präzision." Beide sind sich einig: Die Geräte sollen Architekten und Endkunden mehr Freiheit bei der Gestaltung hochwertiger Küchenkonzepte bieten.

Dirk Biermann