13.04.2026

Einmal im Jahr lädt Samsung die Fachpresse zum Round Table. Es gibt Kaffee, belegte Brötchen und viele Zahlen zu Märkten, Marktanteilen und AI. Und eine Botschaft: Der Fachhandel ist wichtig, Samsung steht zu ihm, und man wolle gemeinsam wachsen.

Das hochmoderne Samsung-Headquarter in Eschborn aus der Froschperspektive. Foto: Biermann

Erläuterten die Samsung-Strategie für den Fachhandel (Foto von links): Nedzad Gutic, Diana Diefenbach und Ralf Birk. Foto: Biermann

Die Vorteile der Vernetzung lassen sich im stationären Küchenfachhandel alltagsnah darstellen. Foto: Samsung

Diese Aussage hat sich in den letzten Jahren nicht grundlegend verändert, ist aber 2026 inhaltlich und personell noch konkreter geworden. Aktuell getragen von Ralf Birk, seit 1. Dezember 2025 neuer Vertriebsleiter Möbel- und Küchenfachhandel bei Samsung Electronics. Der ausgewiesene Branchenprofi kennt den Hausgerätemarkt und besonders das Einbaugeschäft aus dem Effeff durch vorherige berufliche Stationen in den Vertriebsleitungen bei der BSH, Bauknecht (Whirlpool) und AEG (Electrolux). Zusammen mit Hausgerätechef Nedzad Gutic, Produkt- und Kommunikationsmanagerin Diana Diefenbach und Marketingleiter Mike Henkelmann skizzierte Birk beim Round Table die anstehenden Schritte des Unternehmens, mit denen der Küchenfachhandel noch intensiver davon überzeugt werden soll, dass Samsung eine relevante Marke ist, mit der es sich lohnt, zusammenzuarbeiten. Auch weil sie einige Alleinstellungsmerkmale habe, die sich im Kern aus der intensiven AI-Orientierung ergeben. Den dazugehörigen Argumentationsrahmen mit vier Bereichen bezeichnet Samsung als Leitlogik: „Bespoke AI“, „SmartThings“, Sicherheit und Langlebigkeit.

KI muss erklärbar sein
Unter dem Markenbegriff „Bespoke AI“ fasst Samsung seine KI-gestützten Funktionen in allen Produktkategorien zusammen. Das reicht vom Kühlschrank, der Lebensmittelbestände erkennt und mit dem Rezept-Portal auf der „Samsung Food App“ kommuniziert, bis zur Waschmaschine, die Beladung und Verschmutzungsgrad auswertet. Der Anspruch des Unternehmens ist, Künstliche Intelligenz (KI/AI) nicht als Technologiebegriff zu verstehen, sondern als Alltagsentlastung. Samsung adressiert diesen Übersetzungsbedarf mit POS-Materialien, Marketingaktivitäten und Trainingsformaten, die auf Nutzenkommunikation ausgerichtet sind. Laut einer Bitkom-Studie von Mai 2025 sehen 74 Prozent der Deutschen KI eher oder ausschließlich als Chance.

Das Ökosystem
„SmartThings“ ist Samsungs IoT-Plattform, die Geräte verschiedener Kategorien miteinander verbindet, darunter Kühlschrank und Waschmaschine ebenso wie TV- und Klimageräte. Das Ökosystem umfasst eigene Samsung-Geräte, ist aber auch für Drittanbieter offen. Zu den Funktionen zählen Energiemonitoring, automatisierte Abläufe und Wartungshinweise. Wer Samsung-Einbaugeräte verkauft, bietet einen Einstieg in dieses Netzwerk. Samsung nennt in diesem Zusammenhang auch Cross-Selling-Potenziale über die Küche hinaus, etwa in Verbindung mit TV- und Audioprodukten.

Sicherheit mit externer Zertifizierung
Vernetzte Geräte stellen Verbraucher vor eine Vertrauensfrage. Samsung reagiert darauf mit einer mehrschichtigen Sicherheitsarchitektur aus „Samsung Knox" als Geräteschutz, „Knox Vault" für sensible Daten und „Knox Matrix" für die geräteübergreifende Absicherung. Hinzu kommen externe Zertifizierungen: das TÜV-Nord-Siegel und das BSI-IT-Sicherheitskennzeichen für ausgewählte Produkte. BSI steht für Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. „Datensicherheit wird so zu einem zentralen, greifbaren Argument im Beratungsgespräch“, erklärt das Unternehmen.

Langlebigkeit: sieben Jahre Software-Updates
Für Produkte ab Baujahr 2024 garantiert Samsung sieben Jahre Software-Updates. Dazu kommen herstellerseitige Garantien auf Kompressoren und Motoren. Außerdem baut der Hersteller seinen „Home Appliance Remote Management"-Service aus, kurz HRM. In „SmartThings" eingebundene Geräte können mit Zustimmung der Nutzer direkt mit dem Samsung-Servicenetzwerk verbunden werden. Fehler lassen sich aus der Ferne analysieren, in manchen Fällen beheben oder zumindest gezielt vorbereiten. Das soll laut Hersteller Ausfallzeiten reduzieren und die Kundenzufriedenheit erhöhen. Wobei es laut Ralf Birk zu einem Doppelnutzen kommt: „Zufriedene Endkunden machen auch Händler zufrieden.“
Auf digitaler Ebene ergänzt Samsung sein Händlerportal SPACE um die neue mobile App mSPACE, über die Produktinformationen, Bestellungen und Reklamationen rund um die Uhr zugänglich sein sollen.

AI tief integriert
„Wir sind überzeugt, dass persönliche Beratung, technologische Kompetenz und Vertrauen in Qualität und Sicherheit die entscheidenden Erfolgsfaktoren bleiben", kommentiert Nedzad Gutic, Vice President Home Appliances bei Samsung Electronics GmbH, den Strategieansatz des AI-Unternehmens. Denn so definiert sich der Hausgerätehersteller. Wie tief die AI-Integration in allen Lebensbereichen inklusive der Küche inzwischen reicht, zeigt ein Rundgang durch das „Business Experience Centre“ am Unternehmenssitz in Eschborn, nahe Frankfurt. Hier inszeniert das Unternehmen für den Fachhandel AI-Lösungen in zahlreichen öffentlichen und privaten Lebensbereichen. Das einzelne Produkt tritt dabei zurück und lässt dem System die Bühne. So wird Samsung zum „Home Companion“ für ein Zuhause, das berechenbar funktioniert, wie Diana Diefenbach sagt.

Umzug ins KCL
Um das Zusammenspiel vernetzter Technologien und KI-Funktionen plastisch darzustellen und im direkten Erleben zu veranschaulichen, hat Samsung seine Messepräsenz neu ausgerichtet. Zur Küchenmeile 2026 wird das Unternehmen neuer Dauermieter im Kitchen Center Löhne (KCL). Übernommen wird die bisher von Impuls Küchen belegte Ausstellungsfläche von knapp 500 Quadratmetern. Die Fläche soll neben der Herbstmesse ganzjährig für Trainings, Schulungen und Begegnungen mit dem Fachhandel genutzt werden.

Konzepte für Kanäle
Samsung richtet seine Strategie spezifisch auf zwei Kanäle aus. Für den Elektrofachhandel gibt es seit inzwischen sieben Jahren das „Smart Dealer“-Programm mit exklusiven Sortimenten, erweiterten Trainingsmaßnahmen und engerer Serviceanbindung sowie das „Jet Premium Partner"-Programm für den Bereich Akku-Handstaubsauger und Saugroboter. Die Vertriebs- und Marketingaktivitäten im Küchen- und Möbelfachhandel stützen sich unter dem Leitmotiv „Home Companion“ auf das Zusammenspiel von „Bespoke AI“, „SmartThings“, Sicherheit und Langlebigkeit. Unterstützt wird das von Schulungen, Trainings und Aktionen am POS. Über „Bespoke AI“ sieht das Unternehmen das Thema Künstliche Intelligenz inzwischen in allen Warengruppen angekommen. Den stationären Fachhandel auf diese Weise konkret zu unterstützen, resultiert auch aus den Ergebnissen der Marktforschung: 58 Prozent der deutschen Verbraucher suchen laut Samsung bei komplexen Smart Home- und KI-Lösungen gezielt ein Fachgeschäft auf. Knapp die Hälfte kauft grundsätzlich lieber stationär. Das Händlerportal SPACE sowie die mSPACE-App sind kanalübergreifend angelegt.

Dirk Biermann