03.03.2022

Drängende Themen gibt es in der Küchenmöbelindustrie derzeit einige: Materialengpässe, Kostensteigerungen und Logistikengpässen sind die geläufigsten. Weitere Aufmerksamkeit fordern die Vorbereitungen zum „Green Deal“ der Europäischen Union mit sich. Und hier besonders zur Kreislaufwirtschaft.

Virtuelle Vorstandssitzung unter Moderation von Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth (Foto links). Im Mittelpunkt standen die kommenden Belastungen der Unternehmen durch neue gesetzliche Regelungen zu Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Foto: VdDK

In diesem Kontext kommen auf die deutsche Küchenmöbelindustrie weitreichende Aufgabenstellungen zu, betonte Heiner Strack, Experte für Technik und Normung bei den Möbelverbänden, im Rahmen der jüngsten Vorstandssitzung des Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie e.V. (VdDK). Zu den Herausforderungen zählen demnach die Verlängerung von Produktlebenszyklen, die Dekarbonisierung, der Ressourcen- und Klimaschutz, eine erweiterte Herstellerverantwortung, die Materialreduktion und Abfallvermeidung sowie neue Geschäftsmodelle unter dem Blickwinkel „Miete“ oder „Tausch“.

Von freiwillig zu verpflichtend
Seitens der EU-Kommission befindet sich ein ganzes Paket legislativer Projekte zum „Green Deal“ in der Vorbereitung. Neben laufenden Konsultationen mit Fachverbänden, Behörden und Nicht-Regierungsorganisationen zeigt die publizierte Roadmap laut Heiner Strack über 15 anhängige oder geplante Initiativen der Administration. Vieles von dem, was bisher als „freiwillig“ in der Umsetzung galt, werde künftig für die Wirtschaft obligatorisch. Jedoch könne direkt und konstruktiv Einfluss auf die Entscheidungsprozesse genommen werden. Insbesondere auf normativer Ebene im CEN (Europäisches Komitee für Normung).

Weitere aktuelle Themen
Auf der Agenda der Vorstandssitzung standen zudem die geplante Lehrwerkstatt der Möbelindustrie in Löhne, die Bilanz der am deutschen Gemeinschaftsstand auf der KBIS in Orlando (USA) beteiligten Unternehmen, die neue Wissensplattform zur Digitalisierung „Moebel Digit@l“, die am 9. Februar online gegangen ist, sowie der kommende Digitalindex des Daten Competence Center.

Blick nach vorn
Die wirtschaftlichen Aussichten der Küchenmöbelindustrie wurden von den Teilnehmern als „weiterhin positiv“ eingeschätzt. Allerdings werden geringere Zuwachsraten erwartet. Größtes Problem bleiben die eng getakteten Preissteigerungen bei Materialien im Gegensatz zu langfristig fixierten Abgabepreisen gegenüber dem Möbelhandel. Aber auch die Versorgung mit Zulieferprodukten grundsätzlich.

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