28.04.2026

Die Blanc & Fischer Group hat das Jahr 2025 mit einem Umsatz von 1,11 Mrd. Euro abgeschlossen. Und damit knapp unter dem Vorjahreswert von 1,13 Mrd. Euro. Das Minus von 1,5 % spiegelt die Branchenlage und belastet das operative Ergebnis. Dennoch sieht der Konzern Potenzial im Kerngeschäft.

Frank Gfrörer. Foto: Blanc & Fischer Holding

Heiko Pott. Foto: Blanc & Fischer Holding

Die drei Geschäftsbereiche der Holding entwickelten sich dabei unterschiedlich. Die E.G.O.-Gruppe erzielte mit 615 Mio. Euro zwar den größten Beitrag zum Gesamtumsatz, lag aber 3 % unter Vorjahr. Blanco wuchs um 2 % auf 392 Mio. Euro. Es ist das erste Umsatzplus seit 2022. B.PRO blieb mit rund 81 Mio. Euro um 5 % hinter dem Vorjahr zurück. Regional ist Deutschland mit einem Anteil von 27 Prozent der stärkste Einzelmarkt, das übrige Europa kommt auf 44 Prozent. Weltweit investierte die Blanc & Fischer Group rund 65 Mio. Euro und hielt damit das bisherige Investitionsniveau stabil.
Frank Gfrörer, Sprecher des Vorstands, benennt das strukturelle Problem direkt: Die schwache Bautätigkeit trifft ein Unternehmen, das im Kern von der Nachfrage nach Küchen und Hausgeräten lebt. Das betreffe, so Gfrörer, 85 Prozent des Geschäfts. Hinzu kommen dauerhaft gestiegene Kosten für Arbeit und Material. Finanzvorstand Heiko Pott: „Beim Umsatz sind wir unter dem Niveau, das wir vor der pandemiebedingten Sonderkonjunktur hatten. Gleichzeitig sind jedoch Kosten dauerhaft gestiegen und die Wettbewerbsintensität in unseren Branchen hat zugenommen." Das operative Ergebnis war nach Potts Aussage negativ. Genauere Angaben machten die Vorstände nicht.
 
Transformation als Reaktion
Der Konzern zieht daraus Konsequenzen und kündigte an, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unrentable Geschäftsaktivitäten einzustellen. Intern werden Strukturen angepasst. Die Mitarbeiterzahl sank zum Jahresende auf 7.380 (Vorjahr: 7.656), was Blanc & Fischer auf marktbedingte Anpassungen und Transformationsmaßnahmen zurückführt. Neue Produktionsstätten in Mexiko und Polen ersetzen ältere, kleinvolumige Fertigungsstrukturen — so wurde die nicht profitable E.G.O.-Fertigung in Newnan, USA, ins mexikanische Werk integriert. Ein weiterer Einschnitt: Bis 2027 wird, wie bereits angekündigt, das Industriegeschäft ENOXX zurückgefahren.
Parallel arbeitet der Konzern an einer umfassenden Digitalstrategie. Gfrörer: „Keine KI ohne zuvor digitalisierte Prozesse und belastbare Daten." Ein internes Weiterbildungsprogramm, intern „Skill Booster" genannt, soll die Digitalkompetenzen der Belegschaft stärken und wurde mit dem HR Excellence Award ausgezeichnet.
 
Chancen im Kerngeschäft
Trotz des schwierigen Umfelds sieht das Unternehmen Wachstumspotenzial. Vor allem im Bereich Trinkwassersysteme. Blanco habe dort den Umsatz im vergangenen Jahr mehr als verdoppeln können, so Gfrörer. Der neue Markenauftritt von Blanco, 2025 umgesetzt, ist nach Unternehmensangaben mehrfach ausgezeichnet worden.
E.G.O. stärkt die Induktionstechnik im Einstiegssegment und reagiert damit auf die veränderte Budgetlage der Haushalte. Zusätzliches Potenzial sieht der Bereich in der Kleingeräteindustrie. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Technologie „Ki", die Kleinelektrogeräte kabellos über Induktion mit Strom versorgt. E.G.O. ist nach eigenen Angaben der erste zertifizierte Anbieter eines entsprechenden Transmitters nach dem relevanten Standard. Im Rahmen des Wireless Power Consortium arbeitet das Unternehmen mit Herstellern von Kleingeräten an der Markteinführung.
B.PRO setzt auf Automatisierungslösungen für Großküchen. Die Konzerntochter realisiert aktuell ein erstes software-gestütztes Projekt für eine Universitätsklinik, das unter anderem das automatische Auflegen von Besteck und Geschirr sowie das Anbringen von QR-Code-Etiketten umfasst. Gfrörer bezeichnet das als Projekt mit Vorzeigecharakter und sieht darin ein gezielt zu entwickelndes Potenzialfeld.
 
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