01.12.2019

Im Rahmen einer AMK/VDM-Veranstaltung für Journalisten öffnete der Kühlgerätespezialist Liebherr seine Türen für tiefere Einblicke.

 

„Der langfristige Erfolg zählt, nicht das kurzfristige Umsatzplus.“ Steffen Nagel, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Liebherr-Hausgerätesparte. Foto: Biermann

Im Terminkalender von Steffen Nagel geht es gewohnt munter zu. Dennoch nimmt sich der Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Liebherr-Hausgerätesparte die Zeit für eine prägnante Vorstellung des Unternehmens. Besser gesagt der aktuellen und künftigen Ausrichtung. Diese basiert wie vom Unternehmen Liebherr gewohnt auf Kontinuität, hat aber auch eine deutliche Expansion im Blick. „Wir wollen wachsen, wir wollen ambitioniert wachsen, und wir werden uns dafür noch viel internationaler ausrichten“, sagt Nagel beim Pressebesuch am Sitz der Hausgeräte-Zentrale in Ochsenhausen (nahe Ulm).

Wachstum nicht um jeden Preis
Globales Wachstum sei das klar definierte Ziel. Aber nicht um jeden Preis, sondern im Rahmen einer mehrwertorientieren Vermarktung und im engen Kontakt mit dem Fachhandel. Diese beiden Maxime seien unantastbar. Auch wenn die Rahmenbedingungen derzeit schwierig seien, schon allein wegen des Preisdrucks asiatischer Hersteller. „Wir sind zum Glück ein familiengeführtes Unternehmen und nicht abhängig von kurzfristigen Umsatzzahlen“, kommentiert Nagel die Situation. Im Umsatz wachsen will er dennoch. Und zwar mit dem, was die Marke Liebherr seit vielen Jahren auszeichnet: „Wir sind Spezialist fürs Kühlen und Gefrieren – und das wird so bleiben“, erteilte er möglichen Spekulationen, das Unternehmen könne sich mit weiteren Gerätegattungen beschäftigen, eine klare Absage. Und doch wird sich das Unternehmen im Rahmen seiner Kühlkompetenz inhaltlich breiter aufstellen und die Geräte digital entwickeln. „Aber das stets mit einem erlebbaren Mehrwert für den Kunden und nicht aus Jux und Dollerei“, betont Steffen Nagel und blickt dabei ruhig in die Runde.

Signal an Kunden und Mitarbeiter
Ein wichtiger Baustein in den Plänen des Unternehmens ist das im Juni eingeweihte Kundencenter am Standort Ochsenhausen. Nagel bezeichnet den Neubau als ein Signal an Kunden und Mitarbeiter, dass sich das Unternehmen parallel zu den globalen Expansionsplänen weiter auf den Heimatmarkt Deutschland fokussieren werde und dabei seinen Werten treu bleibt. Diese Werte basieren auf Aspekten wie Verlässlichkeit, Mitarbeiterorientierung, Verantwortung und Qualität. Das neue Kundencenter verfügt auf fünf Stockwerken über eine Fläche von rund 3.500 Quadratmetern. Neben Büroflächen für 130 Arbeitsplätze sowie Konferenz-, Schulungs- und Veranstaltungsräume ist im Erdgeschoss ein 322 Quadratmeter großer Showroom entstanden, der den Premium-Anspruch der Marke authentisch widerspiegelt. Rund 15 Mio. Euro hat das Unternehmen in das hochmoderne und optisch anspruchsvoll gestaltete Gebäude investiert.

Rasanter Aufstieg eines Familienunternehmens
Die Liebherr-Hausgeräte GmbH ist eine von elf Spartenobergesellschaften der Firmengruppe Liebherr, die 1949 von Hans Liebherr gegründet wurde. Ausgangspunkt des rasanten Aufstiegs war die Erfindung eines mobilen Turmdrehkrans, der in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Weltkrieg schnell heiß begehrt war. Heute wird die Gruppe von der 3. Familiengeneration geleitet. Das Gesamtunternehmen beschäftigt weltweit rund 46.000 Mitarbeiter, die u.a. mit schweren Baufahrzeugen, Kransystemen für diverse Anwendungen sowie Flug- und Verkehrstechnik einen Jahresumsatz (2018) von 10,5 Mrd. Euro erwirtschaften. Auf das Konto der Sparte Hausgeräte gehen 945 Millionen Euro Umsatz. Über 6.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und produzieren ein breites Programm hochwertiger Kühl- und Gefriergeräte für Haushalt und Gewerbe. Und das am Hauptsitz in Ochsenhausen (Deutschland) sowie in Lienz (Österreich), Radinovo (Bulgarien), Kluang (Malaysia) und Aurangabad (Indien). Deutschland ist für Liebherr Hausgerätesektor nach wie vor der wichtigste Einzelmarkt mit einem Umsatzanteil von rund 30%.

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