04.04.2023

Keine Edelstahlspülen mehr aus Bad Säckingen

Franke beendet die Produktion von Edelstahlspülen in Warschau (Polen) und Bad Säckingen (Deutschland). Im Gegenzug wird die bestehende Fertigung in Peschiera del Garda (Italien) zum zentralen Produktionsstandort ausgebaut. Das Unternehmen kündigt umfangreiche Investitionen an.

Blick in eine Presse für Edelstahlspülen in der Produktion am Standort Bad Säckingen. Foto: Biermann

In Aarburg (Schweiz) entsteht zudem ein Kompetenzzentrum für Becken und Arbeitsplatten aus Edelstahl. „Damit werden die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen, hochwertige Produkte für die Haushaltsküche noch wettbewerbsfähiger zu entwickeln und herzustellen“, meint das Unternehmen.

Standort bleibt bestehen

Die Produktion von Edelstahlspülen am Standort Bad Säckingen (Deutschland) soll eingestellt werden. Davon sind aktuell etwa 30 Arbeitsplätze betroffen. Der Abbau soll laut Unternehmen möglichst durch natürliche Fluktuation abgefangen werden. „Weitere Details zu Zeitplan und Bedingungen werden mit dem Betriebsrat abgestimmt“, heißt es in einer Mitteilung. Der Standort Bad Säckingen, an dem rund 500 Mitarbeitenden beschäftigt sind, bleibe für Franke indes von zentraler Bedeutung. 

Kurzfristiges Aus in Polen

Ebenfalls eingestellt werden soll die Produktion von Edelstahlspülen in Warschau (Polen). Umgesetzt werden soll dies bereits Ende August dieses Jahres. Was den Abbau von 20 der insgesamt 550 Arbeitsplätzen bedeutet. Auch der Standort Polen bleibe für Franke ein strategisch wichtiger Markt.

Stärkung und Verlagerung

Aarburg (Schweiz) wird laut Unternehmensmitteilung zum Kompetenzzentrum für die Produktion von Becken und Arbeitsplatten aus Edelstahl. Nicht näher benannte Investitionen sollen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern. Die Produktion ausgewählter geschweißter Spülen wird jedoch ebenfalls nach Peschiera del Garda verlagert. Die Veränderungen in der Schweiz sei mit keinem Stellenabbau verbunden, so Franke. 

Globale Produktionsführerschaft

Oberstes Ziel der Franke Home Solutions, eine Division der Franke Gruppe, sei die globale Produktführerschaft. Um dies zu erreichen, will die Division schneller wachsen als der Markt – mit einer Strategie, „deren wesentliche Treiber und Erfolgsfaktoren eine agile, effiziente und starke Organisation mit einem attraktiven und innovativen Portfolio im mittleren bis gehobenen Segment sowie eine globale Wettbewerbsfähigkeit sind“. Diese Strategie sei in den letzten Jahren weltweit konsequent umgesetzt worden. Die nun angekündigte Stärkung von Franke S.p.A. und die Entwicklung des Standorts Peschiera del Garda (Italien) zum Kompetenzzentrum soll diesen Anspruch weiter stärken. „Künftig wird dort eine neue Generation von Premiumprodukten für die Küche hergestellt“, kündigt das Unternehmen an.

80 Millionen Euro Investition

Dafür investiert Franke in den kommenden Jahren in Italien rund 80 Millionen Euro in Technologien, Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig werde die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden gefördert, um den hohen Ansprüchen eines europäischen Kompetenzzentrums gerecht zu werden“. „Diese Investitionen ermöglichen eine effiziente Produktion, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sicherstellt und die Marktführerschaft von Franke bei Edelstahlspülen in Europa, Afrika sowie den Nahen und Mittleren Osten stärkt.“

Sortiment wird gestrafft

Barbara Borra, President/CEO von Franke Home Solutions, kommentiert die nun öffentlich gemachten Pläne zur Neustrukturierung so: „Unsere Ambition ist es, die besten Küchenprodukte der Zukunft zum besten Preis anzubieten. Wir schaffen die Voraussetzungen, um sie noch besser und effizienter zu produzieren und unsere Wettbewerbsposition weiter auszubauen.“ Die Bündelung der Kompetenzen geht einher mit einer Verschlankung des Portfolios.

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