Währungsbereinigt auf Vorjahresniveau gelandet

Die Geschäftsführer Michael Lehmkuhl und Jana Schönfeld beleuchten Risiken und Chancen der aktuellen Marktsituation. „Für uns ist das Glas halb voll“, unterstrich Jana Schönfeld. Foto: Biermann
Als einer der weltweit führenden Beschlaghersteller baut Hettich seine Geschäftsfelder kontinuierlich aus und passt sie lokalen Märkten an. So ist das Unternehmen, das seine Wurzeln in der Möbelbeschlagbranche hat und dort auch weiterhin den Großteil seiner Umsätze erwirtschaftet, längst auch eine Größe im Geschäft mit Beschlägen für Hausgeräte (Weiße Ware) und im „Do-it-yourself“-Markt (DIY), also Baumärkte. Dabei stellt sich Hettich immer globaler auf. Mit 26 Vertriebsgesellschaften und 18 Produktionsstandorten in acht Ländern. Im Geschäftsjahr 2025 kam die Vertriebsgesellschaft Hettich Vietnam dazu, und aktuell wurde die Hettich Central Asia mit Sitz in Kasachstan gegründet. Der Auslandsanteil am Umsatz liegt bei rund 79 Prozent. Zum Jahresende 2025 beschäftigte Hettich weltweit rund 8.200 Mitarbeitende, davon etwa 3.900 in Deutschland.
Ausgewählte Investitionen
„2025 hat gezeigt, wie wichtig Prioritäten und flexible Strukturen sind", sagte Geschäftsführer Michael Lehmkuhl bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens im Hettich Forum Kirchlengern. „Wir haben die Marktentwicklungen sehr differenziert analysiert und bewusst entschieden, wo wir aktiv gestalten. Unsere internationale Aufstellung und unsere Innovationsstärke geben uns dabei Stabilität und Handlungsspielraum."
Das Investitionsvolumen belief sich 2025 auf 87 Millionen Euro. Die Mittel flossen in Produktinnovationen, Produktions- und Logistikstrukturen sowie in den Ausbau regionaler Marktpräsenz. „Wir investieren dort, wo wir langfristige Perspektiven sehen", ergänzte Geschäftsführer Timo Pieper. „Es geht um Schwerpunktsetzung in Wachstumsmärkten und Zukunftsfeldern, damit wir unsere Position nachhaltig stärken."
Lösungen statt Produkte
Die Bilanzpressekonferenz 2026 fand in einem ungewöhnlichen Format statt. Statt einer klassischen Präsentation lud Hettich zu einem Rundgang mit mehreren Stationen ein. Vorgestellt wurde unter anderem die „SpinLines“-Produktfamilie mit den Dreh-Schwenk-Systemen „ComfortSpin", „FurnSpin" und „RoomSpin". Die Systeme sind auf flexible, wandelbare Möbel- und Raumlösungen ausgelegt und stehen für den Leitgedanken „Transforming Spaces with innovative Motion". Lehmkuhl betonte, es gehe niemals nur um einzelne Produkte, sondern immer um „Lösungen für Räume“. Und die sind am besten mit starken Partnern und globalen Netzwerken umsetzbar, ergänzte Geschäftsführerin Jana Schönfeld.
Außerdem präsentierte Hettich seine Mehrmarkenstrategie. Mit den Marken Hettich und FGV bedient die Gruppe nach eigenen Angaben unterschiedliche Marktsegmente vom Einstiegs- bis zum Premiumbereich. Beide Marken verfügen über eine eigenständige Identität.
Ausblick auf 2026
„Unser Anspruch ist es, Hettich langfristig wettbewerbsfähig und beweglich aufzustellen", betonte Jana Schönfeld. „Das bedeutet, externe Rahmenbedingungen realistisch einzuordnen und Verantwortung für die eigene Ausrichtung zu übernehmen." In der Abwägung von Risiken und Chancen hat sich Hettich entschieden, das Glas halb voll zu betrachten, und appelliert damit an einen Stimmungsumschwung in der Branche. Für 2026 rechnet das Unternehmen nicht mit einer schnellen, flächendeckenden Markterholung. Langfristige Wachstumsperspektiven sieht das Unternehmen vor allem in ausgewählten internationalen Regionen und im Bereich modularer Lösungen. /dib