08.06.2022

Einer der Pioniere der Wasseraufbereitung ist das Unternehmen Quooker aus den Niederlanden. Schon 1970 erfand Henri Peteri den Kochend-Wasserhahn. Eine Innovation, die im Heimatmarkt schnell Gefallen fand und heute in niederländischen Küchen oft zur Grundausstattung gehört.

Der „Fusion Flex“ ist der einzige Quooker-Hahn mit einem Zugauslauf. Neben warmem, kaltem und kochendem Wasser kann in Kombination mit einem „Cube“-Reservoir auch sprudelndes und stilles Wasser gezapft werden. Foto: Quooker

Der neue „Cube 2.0“ ist kompakter als das Vorgängermodell. Foto: Quooker

In Deutschland ließ der Markterfolg auf sich warten, aber in den letzten Jahren berichtet Daniel Hörnes, Geschäftsführer der Deutschland-GmbH, von stetig steigenden Zahlen und teils sprunghaftem Wachstum. Wobei das inzwischen mit einer Vielzahl von Konfigurationsoptionen erwirtschaftet wird. Besonderen Wert legt Quooker nach wie vor auf die Kernkompetenz aus der Gründerzeit: die sofortige Lieferung von kochendem Wasser über 100°C. Dies ausdauernd zu betonen, hat für den Hersteller einen guten Grund. Denn nicht jedes „Heißwassersystem“ schafft es über die technisch anspruchsvolle 100°-Hürde. Weniger aufwändige Heißwasser-Systeme haben in der Regel niedrigere Herstellungskosten, bieten aber nicht den identischen Nutzen von kochendem Wasser. Was die Angebote „heiß“ und „kochend“ im praktischen Vergleich zu Apfel und Birne werden lässt.

Schritt für Schritt
Die von Quooker angebotenen Konfigurationsoptionen ermöglichen kundenindividuelle Lösungen. Das ist ein Pluspunkt. Das umfangreiche Angebot kann in seiner Vielfalt aber auch etwas verwirren und verträgt einen strukturierten zweiten Blick. Und eine Schritt-für-Schritt-Betrachtung. Diese beginnt mit dem Wasserhahn.
Zur Auswahl stehen im Quooker-Sortiment Einhebel-Mischbatterien der Serie „Fusion“. Und zwar mit Zugauslauf („Fusion Flex“) und Festauslauf („Fusion Square“ und „Fusion Round“). „Square“ und „Round“ sind Designhinweise auf die eckige beziehungsweise runde Form des Armaturenauslaufs. Diese beiden Festauslauf-Varianten der „Fusion“ bietet der Hersteller auch in einem klassischen Design an. Als „Classic Fusion“.
Allen „Fusion“-Modellen gemeinsam ist, dass sie kochendes sowie warmes und kaltes Wasser aus einem Hahn bieten. Sofern es die Reservoir-Technik unterhalb der Platte erlaubt, fließt auch gekühltes sprudelndes und stilles Wasser durch diesen Hahn.
Den „Fusion Flex“ gibt es in den drei Oberflächen „verchromt glänzend“, „Voll-Edelstahl“ und „Schwarz“. Die beiden weiteren „Fusion“-Modelle zusätzlich in „Messing Patina“ und „Gold“.
Die Klassik Varianten wiederum gibt es in „verchromt glänzend“, „Voll-Edelstahl“, „Nickel“ und „Messing-Patina“.

Im nordischen Stil
Neben den Modellen der Serie „Fusion“ bietet das Quooker-Sortiment drei „Nordic“-Varianten.
„Nordic Twintaps“ sind zwei separate Hähne im identischen Design, wahlweise als „Round“ oder „Square“ in „verchromt glänzend“ und „Voll-Edelstahl“. Es handelt sich um einen Kochend-Wasserhahn sowie um eine Mischbatterie für klassisch kaltes und warmes Wasser. Über den Kochend-Wasserhahn lässt sich optional auch gekühltes sprudelndes und stilles Wasser zapfen (bei entsprechender Reservoir-Technik).
„Nordic single tap“ ist ein separater Kochend-Wasserhahn (mit optionaler Erweiterung gekühlt sprudelnd oder still) im „Nordic“-Design, der mit jeder beliebigen Mischbatterie kombiniert werden kann. Erhältlich ist er mit rundem und geradem Auslauf und in den beiden Oberflächen „verchromt glänzend“ und „Voll-Edelstahl“.
Und schließlich der „Classic Nordic single tap“ im entsprechenden Klassik-Design und zusätzlich zu „verchromt glänzend“ und „Voll-Edelstahl“ in der Oberfläche „Nickel“.

Kochendes und warmes Wasser
So weit zu den Optionen oberhalb der Arbeitsfläche. Im Spülenunterschrank geht es um die Auswahl des gewünschten Reservoirs. Für kochendes und warmes Wasser stehen die Varianten „Pro3“, „Combi“ und „Combi+“ zur Verfügung.

  • Der „Pro3“ bietet 3 Liter kochendes Wasser (über 100°C).
  • Der „Combi“ bietet 7 Liter kochendes Wasser (über 100°C) sowie zusätzlich 15 Liter Warmwasser (60°) bzw. 27 Liter (40°). Dieses Reservoir empfiehlt der Hersteller, wenn keine Warmwasserleitung vorhanden ist. Dann ersetzt das Reservoir den Boiler oder Durchlauferhitzer.
  • Der „Combi+“ bietet 7 Liter kochendes Wasser (über 100°C) sowie zusätzlich unbegrenzt Warmwasser (60° und 40°). Diese technische Lösung vermeidet Wartezeit und ist laut Quooker geeignet, wenn die Nutzer lange auf warmes Mischwasser warten müssen.

Für bis zu 420 Liter Sprudelwasser
Wer zusätzlich zum kochenden/warmen Wasser auch gekühltes, gefiltertes sprudelndes und stilles Wasser aus dem Hahn zapfen möchte, benötigt neben dem Kochend-Wasserreservoir ein zusätzliches Reservoir im Unterschrank: den „Cube“. Die neueste Generation stellte Quooker im September 2021 als „Cube 2.0“ vor. Das Gerät ist kompakter als der Vorgänger und mit einem Touch-Display ausgestattet. Monteure lassen darüber das Installationsprogramm zur Inbetriebnahme laufen, und Endkunden prüfen den Füllstand des CO2-Zylinders. Zudem kann über das Display die Sprudelintensität eingestellt werden. Ursprünglich ausgestattet war der „Cube“ mit einem CO2-Zylinder für 60 Liter sprudelndes Wasser, nun gibt es eine Erweiterung für 3-Kilo-Zylinder für 420 Liter Sprudelwasser. Die neuen Zylinder sind ausschließlich über den Quooker-Webshop bestellbar. Die Filterung erfolgt beim „Cube 2.0“ über eine Technologie, die sich „Hollow Fiber + Active Carbon filter“ nennt. Sie ist optional.
Auf der area30 im September 2021 vorgestellt wurde auch die neu entwickelte Generation des „Scale Control“-Entkalkungsgerätes.

Weniger als eine Energiesparlampe
In Zeiten ständig steigender Energiekosten stellt sich eine Frage noch intensiver als ohnehin: „Wie wirtschaftlich ist es, permanent kochend heißes Wasser vorrätig zu halten?“ Dazu nimmt Quooker so Stellung: „Um einen Durchschnittshaushalt jederzeit umgehend mit kochendem Wasser versorgen zu können, werden 3 oder 7 Liter Wasser auf einer Temperatur von 110° C gehalten. Dies geschieht in einem vakuumisolierten Reservoir unter der Arbeitsplatte. Die Luft im Isolationsmantel wird so dünn, dass die Wärme nicht entweichen kann. Deswegen benötigt der Quooker nur sehr wenig Strom (10 Watt), um das Wasser im Reservoir auf einer Temperatur zu halten, die ein wenig über dem Siedepunkt liegt. Zum Vergleich: eine Energiesparlampe verbraucht 11 Watt, ein durchschnittliches Fernsehgerät dreimal so viel. Ein Wasserkocher verursacht zwar keine ‚Warmhaltekosten‘, aber wer mehrmals täglich kochendes Wasser benötigt, verbraucht mit einem Quooker wahrscheinlich weniger Energie als mit einem Wasserkocher. Das liegt daran, dass man in einem Wasserkocher fast immer mehr Wasser zum Kochen bringt, als man braucht, während man die Menge mit dem Quooker exakt abmessen kann.
Seit September 2015 gilt eine EU-Regelung für Küchenboiler. In der Kategorie „kleinere elektrische Küchen-Warmwasserbereiter mit Vorratsbehälter“ wurden der Quooker „Combi“ und der „Combi+“ als „beste Küchenboiler mit Kochend-Wasser-Funktion“ bewertet und in die Energieeffizienzklasse A eingestuft. Mit einem ‚üblichen‘ Strombedarf von 511 kWh/A.“

www.quooker.de