30.08.2019

Smart-Home-Potenzial längst nicht ausgeschöpft

Einer aktuellen repräsentativen Studie zufolge verwenden bereits 46% der Deutschen Smart Home-fähige Anwendungen. Jedoch vernetzt nur eine Minderheit die Produkte zu einem eigenständigen System, weshalb in den meisten Fällen das eigentliche Smart-Home-Potenzial unangetastet bleibt.

 

Foto: Splendid Research

Das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research hat im Juli 2019, im Rahmen einer repräsentativen Umfrage, 1.509 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren online zum Thema Smart Home befragt. Die Studie erhebt das Marktpotenzial für Smart Home in Deutschland, die Nutzung und Nutzungsabsicht hinsichtlich verschiedener Smart-Home-Produkte, die Treiber und Hemmnisse unterschiedlicher Personengruppen sowie die Bekanntheit, Nutzung und Bewertung zahlreicher Hersteller.

In den Haushalten angekommen
Die Ergebnisse der Studie zeigen: Bereits 46% der Bevölkerung nutzen mindestens eine Smart Home-fähige Anwendung. Weitere 28% zeigen sich aktuell daran interessiert und lediglich etwas mehr als jeder Vierte lehnt eine Nutzung kategorisch ab.

Aber wenig komplex genutzt
Hinsichtlich der Smart-Home-Nutzer müsse jedoch differenziert werden, so die Studienmacher. Lediglich 12% des Personenkreises nutzen das Smart-Home-Potenzial demnach richtig aus. Diese „echten Nutzer“ besitzen mehrere Smart-Home-Produkte, die zu einem mehr oder weniger komplexen System verknüpft wurden. Sie sind verhältnismäßig jung (die Hälfte ist jünger als 40 Jahre), männlich und technologiebegeistert. Bildung sowie Einkommen sind in den meisten Fällen überdurchschnittlich. Die übrigen 88% „einfache Nutzer“ können zwar ebenfalls mehrere Smart-Home-fähige Anwendungen besitzen, diese bilden jedoch keine eigenständige Systemlogik ab.
„Angesichts dieser Erkenntnisse dürften in den meisten Fällen die technischen Möglichkeiten der Anwendungen nur im Ansatz genutzt werden, was Auswirkungen auf die Abschöpfung der enormen Umsatz- und Kundenbindungspotenziale hat“, schlussfolgert Thilo Kampffmeyer, Studienleiter bei Splendid Research.

Themen: Gebäudemanagement und Sicherheit
Wie bereits im Jahr 2017 sind Produkte der Bereiche Entertainment und Kommunikation sowie Energiemanagement hauptverantwortlich für die hohe Verbreitungsquote von Smart Home. Deutlich über die Hälfte der Nutzer besitzt Produkte dieser Kategorien. Zudem hat im Vergleich zur vergangenen Erhebung der Bereich Wohn- und Gebäudesicherheit Zuwächse verzeichnet: Bereits 37% der Nutzer haben Anwendungen dieser Kategorie installiert.
 „Die steigende Nachfrage an Gebäude- und Wohnsicherheit wird auch mittelfristig anhalten, denn gerade für heutige Interessenten ist die erwartete Zunahme an Sicherheit ein wichtiges Argument für die Nutzung von Smart Home“, prognostiziert Kampffmeyer.

Konkrete Sorgen der Nutzer
Neben gesteigerter Sicherheit versprechen sich Nutzer und Interessenten von Smart-Home vor allem zusätzlichen Komfort. Jedoch ist die aktuelle bzw. geplante Nutzung auch mit konkreten Sorgen verbunden: Knapp ein Drittel der Nutzer und fast die Hälfte der Interessenten sorgt sich um die eigene Privatsphäre und befürchtet sogar Hacker-Attacken. Obwohl Smart-Home-Ablehner diese Bedenken teilen, sind bei 80% zusätzlich monetäre Gründe ursächlich für die ablehnende Haltung. Für knapp 70% der Ablehner existiert übrigens keinerlei Aspekt, der sie von einer zukünftigen Nutzung überzeugen könnte.

Bekannte Smart-Home-Marken
Die bekanntesten Hersteller sind Logitech (60% Bekanntheit), Bosch Smart Home (56%) und Magenta Smart Home (51%), wobei diese von der Präsenz der eigentlichen Marke fernab des Smart-Home-Feldes profitieren. Ausschließlich auf Smart Home spezialisierte Hersteller wie Ring (10%) oder Homee (3%) fallen dagegen ab.

Die vollständige Studie gibt es unter www.splendid-research.com/smarthome