18.07.2018

Mit einer Umsatzsteigerung von 2,8% gegenüber dem Vorjahr schließt der Beschlägehersteller Blum am 30. Juni das Geschäftsjahr 2017/2018 ab. Bereinigt um Währungseffekte beträgt das Wachstum sogar 5%. Der Umsatz klettert auf rund 1,84 Mrd. Euro.

Bilden seit 1. Juli 2018 die Blum-Geschäftsleitung (Foto von rechts): die drei Geschäftsführer Martin Blum, Philipp Blum und Gerhard E. Blum mit Gerhard Humpeler und Urs Bolter. Foto: Blum

Das neue Stanzwerk, das künftige Werk 8 von Blum, in Dornbirn: die 1. Bauetappe konnte bereits im Juli bezogen werden, die 2. folgt im April 2019. Foto: Blum

Mit innovativen Beschlagslösungen in allen drei Produktgruppen (Klappen, Scharniere, Auszüge) unterstützt Blum die Umsetzung moderner Möbel. Foto: Blum

Diese Erlöse erwirtschaftet das Vorarlberger Unternehmen im Kern zu 48% im EU-Raum und zu 15% in den USA. Weltweit ist der Beschlägespezialist in mehr als 120 Ländern aktiv. Und das mit 30 eigenen Tochtergesellschaften bzw. Repräsentanzen.
In Westeuropa verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2017/2018 die meisten Märkte eine Steigerung. Hervorzuheben ist nach Ansicht des Unternehmens die anhaltende Erholung der Absatzgebiete Südeuropas. Auch in Osteuropa habe sich die positive Entwicklung im vergangenen Wirtschaftsjahr fortgesetzt. Erfreulich sei zudem der kräftige Aufschwung des russischen Marktes. In Amerika, im pazifischen Raum und in Asien hingegen wirkte sich in den letzten zwölf Monaten der starke Euro negativ auf die Umsatzentwicklung aus. In Nord- und Südamerika führte dies sogar zu einem Umsatzrückgang, obwohl die Umsatzzahlen in den jeweiligen Landeswährungen stiegen. In Asien, vor allem in Indien, China und Südostasien, habe das Wachstum trotz der negativen Währungseffekte angehalten.

Mitarbeiter als Basis des Erfolgs
„Die hohe Leistungsbereitschaft unserer weltweiten Mannschaft sowie die überaus gute Zusammenarbeit zwischen allen Abteilungen und Organisationen sind ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor unseres Unternehmens“, unterstrich Geschäftsführer Gerhard E. Blum bei der Bilanzpressekonferenz die Bedeutung der Mitarbeiter. Weltweit arbeiteten im vergangenen Wirtschaftsjahr im Durchschnitt 7.509 Personen beim Beschlägehersteller. Das entspricht einem Zuwachs von 368 Mitarbeitern gegenüber dem Vorjahr. Am 1. September dieses Jahres starten 94 neue Lehrlinge mit ihrer technischen Ausbildung in Österreich, darunter 15 Mädchen. In der Gruppe bildet Blum ab Herbst 361 Lehrlinge aus, 19 davon bei Blum USA.

Übergabe an die 3. Generation
Die bereits avisierte Übergabe an die nächste Generation in der Julius Blum GmbH wird im laufenden Wirtschaftsjahr eingeleitet. Die Geschäftsführer Gerhard E. Blum, Philipp Blum und Martin Blum werden ab 1. Juli 2018 gemeinsam mit den langjährigen Mitarbeitern Urs Bolter (Geschäftsführer Blum International Consulting) und Gerhard Humpeler (Leiter Finanzen) das Unternehmen leiten. Die Geschäftsleitung und die Mitglieder des Führungskreises werden mit Beginn des Wirtschaftsjahres 2018/2019 in definierten Schritten die Verantwortungsbereiche von Gerhard E. Blum übernehmen. Dieser wird nach der Übergabe am 1. Juli 2019 gemeinsam mit seinem Bruder Herbert die Geschäftsführung der Holdinggesellschaft der Blum-Gruppe wahrnehmen.

Ausblick auf Wirtschaftsjahr 2018/2019
Für das laufende Geschäftsjahr ist Gerhard E. Blum zurückhaltend zuversichtlich. Seine Einschätzung lautet: „Das neue Wirtschaftsjahr ist mit verhaltenem Optimismus geplant. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist mit einigen Fragezeichen bzw. Unsicherheiten behaftet. Einerseits ist in Europa die Abwicklung des Brexits nach wie vor nicht geklärt und auch die Richtung, in die sich die EU bewegen soll. Andererseits beobachten wir mit großer Besorgnis die Zunahme nationaler Interessen, wie z.B. die gegenseitige Verhängung von Strafzöllen, genauso wie die Eskalation von Wirtschaftssanktionen.“

216 Mio. Euro investiert
Ein traditionell umfangreicher Abschnitt in jedem Bilanzbericht von Blum ist der Punkt Investitionen. Aktuell konnte in Vorarlberg die erste Produktionshalle des neuen Stanzzentrums in Dornbirn fertiggestellt werden. Es firmiert als Werk 8. Der Umzug habe bereits vor dem Betriebsurlaub begonnen. Zeitgleich werde das Hochregallager mit 11.600 Stellplätzen in Betrieb gehen. Die zweite Produktionshalle dieses Werks wird im April 2019 bezugsfertig sein. Das neue Verwaltungsgebäude im Werk 2 in Höchst wird zwischen September und Dezember dieses Jahres bezogen. Ein bedeutender Anteil der Investitionen fließt nach Auskunft des Unternehmens zudem in die Verbesserung der weltweiten Marktorganisationen. So sei in Polen ein neues Hochregallager in Betrieb gegangen und in der Slowakei wurde ein Schauraum eröffnet. In Portugal wird die Erweiterung der Büro- und Lagerräume voraussichtlich bis September 2018 abgeschlossen sein. Die Gesamtinvestitionen für die Blum-Gruppe beliefen sich im Wirtschaftsjahr 2017/2018 auf 216 Mio. Euro.

Verantwortung gegenüber Umwelt und Ressourcen
Parallel zu den Investitionen in Produktionsanlagen und Vertriebsinstrumente investiert der Beschlägespezialist bereits seit Jahrzehnten in umweltschonende Maßnahmen. Seit Anfang 2018 bezieht das Unternehmen am Standort Österreich die gesamte Strommenge zu 100% aus zertifizierter Wasserkraft. „Mit dieser Maßnahme werden wir die CO2-Emissionen in Österreich um deutlich mehr als ein Drittel senken“, heißt es. Gemeinsam mit anderen Unternehmen des Landes ist Blum in drei Umweltnetzwerken aktiv: im Klimaneutralitätsbündnis 2025, im Energieeffizienznetzwerk und im "Wirtschaft Mobil"-Netzwerk. Für lokale Geschäftsfahrten stehen den Mitarbeitern inzwischen 13 E-Autos zur Verfügung. Als großer Arbeitgeber der Region hat Blum aber immer auch die Mobilität der Mitarbeiter im Auge. Umweltfreundliche Maßnahmen, wie z.B. der Vorarlberger Fahrradwettbewerb "Radius" werden vom Unternehmen aktiv unterstützt.

Möglichkeiten für Differenzierung
Für Blum ist die Eurocucina in Mailand immer auch ein wichtiger Gradmesser dafür, wie die Produkte des Beschlägespezialisten von den Möbelherstellern angenommen werden. Diesmal waren auf den Messeständen der Kunden Neuprodukte zu finden, die im Jahr zuvor auf der interzum in Köln Premiere feierten. Dazu zählen unter anderem „Expando T“, das Befestigungssystem für dünne Fronten, und die neue Klappe „Aventos HK top“. Bei den Boxsystemen kommen zunehmend die vielfältigen Differenzierungsmöglichkeiten zum Einsatz. Der Trend zu grifflosem Design ist laut Blum nach wie vor „sehr stark“. Dafür hat das Unternehmen vier Bewegungstechnologien auf mechanischer oder elektrischer Basis im Programm. Das Angebot an Dienstleistungen und Services wurde im vergangenen Wirtschaftsjahr ebenfalls deutlich erweitert. „Es bildet neben den Produkten einen weiteren wichtigen Bestandteil des Blum-Leistungsangebotes“, so das Unternehmen.

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