04.08.2017

Werden die Deutschen ein Volk von Hobby-Köchen? Wird die Küche gar das neue Wohnzimmer? Und wie hoch ist die Ausgabebereitschaft für die Küchenausstattung? Auch auf Fragen wie diese suchte im Vorfeld der IFA 2017 eine repräsentative Studie1 Antworten. Einige wurden gefunden.

Foto: Biermann

Kochen bleibt ein Trendthema. Soviel steht für die Studienmacher schon mal fest. Denn 53 Prozent der Befragten gaben an, gern für Partner, Familie und Freunde zu kochen. 44 Prozent verbringen gern Zeit mit der Zubereitung gesunder Nahrung. Für ebenfalls 44 Prozent ist die Qualität bei Nahrungsmitteln wichtiger als der Preis.
Große Unterschiede zwischen den Altersgruppen gibt es bei der Ausgabebereitschaft: Über alle Altersgruppen hinweg wollen 15 Prozent der Befragten künftig mehr Geld für Küchen- und Kochequipment ausgeben. 21 Prozent der 16- bis 39-Jährigen sprechen sich für so ein Vorhaben aus, in der Altersgruppe 60+ sind es dagegen nur sieben Prozent. Insgesamt positiv beurteilen die Studienteilnehmer eine Wohnküche2, 26 Prozent sind schon heute so eingerichtet. 32 Prozent der Haushalte, die bisher eine separate Küche haben, wünschen sich für die Zukunft eine Wohnküche. Auch hier liegt die Zustimmung bei den 16- bis 39-Jährigen mit 40 Prozent wieder über dem Durchschnitt.

Dauerbrenner und Trends
Die IFA ist eine der internationalen Leitmessen für die Unterhaltungselektronik, doch inzwischen haben die Hausgeräte längst ihr Terrain abgesteckt und überzeugen während der Berliner Messetage mit Innovationen, Show und Genuss. Dafür stehen namhafte Großgeräte-Aussteller wie Miele, Siemens, Bosch, AEG, Liebherr, Gorenje, Beko/Grundig, Amica, Samsung, Panasonic, LG, Candy Hoover, Haier, Termikel und Cuciniale. Thematisch ist in diesem Jahr einiges an Dynamik zu erwarten. Einerseits wird sich wieder viel um Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Bedienkomfort drehen. Das ist nach wie vor auf allen Ebenen aktuell – oder sollte es zumindest sein. Andererseits drängt die Vernetzbarkeit der Küchenausstattung unaufhaltsam nach vorn, und auch die Möglichkeiten der Individualisierung werden immer mehr. Nicht nur dass die Zahl der Varianten mit variabler Ausstattung und unterschiedlichen Dekor-Linien steigt, inzwischen lässt sich sogar die ganze Front des Kühlgeräts nach persönlichem Geschmack auswählen und bei Bedarf austauschen. Zu sehen ist diese Idee bei Bosch. Sie heißt „Vario Style“. Noch halten die meisten Hersteller ihre IFA-Ideen gut unter Verschluss. Dennoch ließen sich manche Unternehmen ausgewählte Ideen und Innovationen schon im Vorfeld entlocken. Deutlich wird: Die Ifa 2017 wird wieder Innovationen auf allen Ebenen bieten: technisch, gestalterisch und in Sachen Bedienkomfort.

Gemeinsame Sprache im vernetzten Haus
Viel Beachtung erhält die Vernetzung zwischen den verschiedenen Bereichen des Haushalts. Dabei geht es nicht allein um neue Bedienkonzepte via Smartphone, Tablet oder Sprachsteuerung. Noch weiter hinter den Kulissen arbeiten die Fachleute intensiv an einer gemeinsamen Sprache für die Technik sowie an Plattformen, auf denen sich die grundsätzlich energieintensiven Geräte energieeffizient vernetzen können. Zum Beispiel dank des EEBUS-Standards funktioniert dies inzwischen über Hersteller- und Branchengrenzen hinweg. „Der EEBUS-Standard hat sich als universelle Sprache für alle Anwendungen rund um den smarten Einsatz von Energie etabliert“, sagte zum Beispiel Detlef ­Niehaus, Leiter der Komponentenentwicklung bei Miele, im Rahmen der Veranstaltung „gfu Insights & Trends“ Mitte Juli in Berlin. Sein Vortrag beleuchtete EEBUS als übergreifende Sprache für „Energy Use Cases“ für Hausgeräte, Smart-Home-Systeme, Energiemanager und andere vernetzte Anlagen im Haus. Dabei geht es um die Kommunikation zwischen großen Hausgeräten, Energiemanagern und Haustechnik.
Anhand der EEBUS-Anwendung „Smart Start“, die laut Detlef Niehaus inzwischen von allen namhaften Herstellern angeboten wird, ließe sich der Vorteil der Vernetzung leicht erkennen: „Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler lassen sich von einem separaten Energiemanager innerhalb einer vorgegebenen Zeit genau dann aktivieren, wenn überschüssige Energie zur Verfügung steht – etwa aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.“ Ähnliches gelte für „Smart Grid“. „Mit der Etablierung des EEBUS-Standards ist die Voraussetzung für ein intelligentes Energiemanagement im Smart Home geschaffen“, resümierte Niehaus und nannte einen konkreten Nutzen: „Stromerzeugung und Nachfrage können besser aufeinander abgestimmt werden, wobei Privathaushalte mittel- bis langfristig durch Kosteneinsparungen davon profitieren werden.“
Der EEBUS Initiative e.V. ist ein unabhängiger Verein mit über 60 Mitgliedern – überwiegend führende europäische Hersteller aus den Bereichen Smart Home, vernetzte Haustechnik, Elektromobilität und Energie. Hausgerätehersteller Miele zählt zu den Gründungsmitgliedern. Weitere Informationen und eine aktuelle Mitgliederliste sind unter www.eebus.org veröffentlicht.

www.ifa-berlin.de


1 Auftraggeber war die gfu Consumer & Home Electronics GmbH. Dafür befragten die Marktforscher von Value_A Marketing Intelligence im Mai 2017 rund 2000 Haushalte in Deutschland. Vorgestellt wurden die Ergebnisse von Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, im Rahmen des Veranstaltungsformats gfu Insights & Trends am 11. Juli in Berlin.

2 Mit „Wohnküche“ dürfte ein offen gestaltetes Raumkonzept mit ineinander übergehenden Lebens- und Wohnbereichen gemeint sein.