22.01.2016

Die vernetzte Küche hat den Weg aus den Testlaboren in die Praxis gefunden. Wie dies gewerkeübergreifend realisiert werden kann, zeigt die kommende ZOW in Bad Salzuflen auf einer 500 qm großen Sonderfläche. Mit dabei sind namhafte Unternehmen aus Ostwestfalen.

Steigende Rechenleistung, zunehmende Miniaturisierung und neue Funkstandards – der stete Fortschritt hat den Boden für das Internet der Dinge gelegt, das die reale Produktionswelt revolutioniert. Bestanden unsere Produkte früher noch aus mechanischen und elektrischen Komponenten, haben sie sich heute zu komplexen Systemen mit eingebetteten Computern entwickelt, die sich online austauschen und per App Befehle empfangen. Wie diese Technik unseren Alltag verändern wird, zeigt die kommende ZOW auf der rund 500 Quadratmeter großen Trendfläche in Halle 20: Dort wird eine Smart Kitchen präsentiert, bei der zum ersten Mal sämtliche Gewerke herstellerübergreifend miteinander vernetzt und über eine technologische Plattform in einer Heimautomation zusammengefügt wurden. Diese Plattforum basiert auf dem neuesten Bluetooth-Funkstandard. Dabei lassen sich alle Geräte universell über eine einheitliche App steuern.

Gewerke zusammenführen
Die Präsentation auf der ZOW führt die unterschiedlichen Gewerke der Möbelbranche zusammen, um gemeinsam zukunftsrelevante Projekte wie Connected Home mit der Smart Kitchen zu realisieren: „Neben der progressiven Technologie reizt uns vor allem der Gedanke, gemeinsam mit unterschiedlichen Gewerken an der Realisation der vernetzten Küche zu arbeiten“, sagt Detlef Wachendorf, Geschäftsführer von D-Beschlag. Auch vernetzten Lichtelementen kommt dabei eine tragende Rolle zu, die nicht nur dem Wandschalter, sondern auch dem Smart Home-System Folge leisten. So integriert das Unternehmen Osram OLED GmbH organische Leuchtdioden, die für hochwertiges Licht in der Küche sorgen. Weiterhin beteiligen sich die Firmen D-Leuchten und Lumenar Leuchten Manufaktur, die sich auf individuelle Beleuchtungslösungen spezialisiert haben. Die meisten Projektpartner haben ihren Sitz in Ostwestfalen. „Das verdeutlicht die Innovationskraft dieser Region und den hier vorherrschenden Netzwerkgedanken“, betonten die Messeveranstalter.

Küche von Warendorf, Geräte von Miele
Die Küche kommt vom Hersteller Warendorf, der mit seiner Teilnahme der ZOW den gemeinsamen Weg zur Smart Kitchen ebnet. Die vernetzungsfähigen Elektrogeräte hat der Hausgeräte-Hersteller Miele entwickelt. „Die Einbindung der Geräte in intelligente Haustechniksysteme sorgt für mehr Komfort und Sicherheit im eigenen Zuhause – beispielsweise, wenn von unterwegs aus kontrolliert werden kann, ob der Herd wirklich ausgeschaltet ist oder die Dunstabzugshaube ihre Leistung automatisch an den Kochprozess anpasst “, sagt Jan-Bernd Rapp, der das Produktmarketing bei Miele in Deutschland leitet. „Im Lebensraum Küche werden wir bereits in einigen Jahren ganz selbstverständlich Assistenzsysteme nutzen, die das Kochen einfacher machen.“ Die dafür notwendige IT-Infrastruktur wurde von ASM Syncro Tec GmbH geschaffen, die gemeinsam mit ihrem Partner Seed Labs alle Geräte der Smart Kitchen ins Internet der Dinge gebracht hat. Während Seed Labs die kostenfreie App entwickelt hat, verantwortet ASM Syncro Tec als Systemintegrator die Steuerung der smarten Küche. Diese haben auch einen sogenannten Smart Cube entwickelt, der als universelle Fernbedienung fungiert und dabei die Steuerung verschiedener Szenarien durch einfache und intuitiv erlernbare Gesten ermöglicht – ein Aspekt, dem in Anbetracht der demografischen Entwicklung besonderer Wert zukommt. 

Ergonomie inklusive
Dabei sind ebenso die Unternehmen Linak, Knoke Beschlagtechnik und die cap. GmbH. So setzt der dänische Elektrifizierungs-Profi Linak voll auf die elektrische Höhenverstellbarkeit der Küche. „Dank unserer hohen Elektronikkompetenz können wir unsere Systeme ohne Weiteres in die vernetzte Welt von heute einbringen“, erläutert Linak-Vertriebsleiter Christoph Messing. Auch für Linak interessant: Das ZOW-Projekt schafft die Möglichkeit, Kunden maßgeschneiderte Lösungen in einer übergeordneten App zur Verfügung zu stellen.
Auch die Knoke Beschlagtechnik GmbH hat sich als Hersteller von Möbelrollläden elektrischen Antriebslösungen verschrieben: „Für uns ist Connected Living keine Zukunftsvision, sondern der Ausdruck eines tatsächlichen Bedarfs“, sagt Geschäftsführer Jens Koch. „Dabei wollen wir herausfinden, was sich heute bereits darstellen lässt – und das ist schon einiges.“
Mit Blick in die Zukunft begleitet das Unternehmen cap. das Projekt. cap. legt seinen Fokus auf das Design von Zubehör. „Als Ausstatter der Kücheninszenierung sind wir Teil des Ganzen und schaffen uns eine weitere Präsenz innerhalb des zukunftsweisenden ZOW-Konzepts“, sagt der Konstrukteur und Design Manager Freimut Stehling.

Die ZOW 2016 findet vom 16. bis 19. Februar im Messezentrum Bad Salzuflen statt. Dort trifft das innovative Angebot der Zulieferer der Möbelindustrie und des Innenausbaus auf das Interesse von Entscheidern aus der Möbelproduktion, des Möbelhandels, Innenausbaus und Handwerks.

www.zow.de