02.02.2015

Unser erstes Beispiel heißt „­Concept Kitchen“. Dabei handelt es sich um eine Systemküche, die sich flexibel an das Leben des Benutzers anpasst, wie der Designer Kilian Schindler seine Grundgedanken beschreibt. Ob als Insellösung oder in Kombination mit einer klassischen Küchenzeile.

„Concept ­Kitchen“ von Naber: Aus sechs Grundmodulen lassen sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten realisieren. Foto: Naber, Marc Krause

Zu den hochkarätigen Designpreisen für die „Concept Kitchen“ zählt auch der „red dot design award 2013“. Darüber freuen sich Initiator Naber, im Bild links Entwicklungs- und Marketingleiter Martin Staaks, ebenso wie der Gestaltungsexperte Kilian Schindler (Foto rechts). Foto: Naber

Nico Bergmann ist seit Sommer 2013 für den Vertrieb der Modulmöbel verantwortlich. Foto: Biermann

Die Systemmöbel eignen sich auch fürs Büro. Foto: Naber, Fabian Frinzel

Die einheitliche, zurückhaltende Formensprache der „Concept Kitchen“-Module verbindet Wohnbereiche. Foto: Naber, Marc Krause

Gefertigt werden die Stahlmöbel in Frankreich bei Tolix. Weiß ist die Standardfarbe. Foto: Tolix, Julian Baumann

Kilian Schindler. Foto: Naber/Julian Baumann

Das System der Mobilküche basiert derzeit auf sechs Grundmodulen, die vielfältig kombiniert werden können: zur individuellen Arbeitsfläche mit integrierter Kochfläche, als Spülzentrum, Butcher-Block oder Lagerregal in unterschiedlichen Tiefen. Einen Technik-Tower zur individuellen Bestückung mit Backofen, Dampfgarer, Kaffeevollautomat oder Mikrowelle gibt es ebenfalls. Die aus Stahl gefertigten Grundelemente sind zerlegbar und verfügen über Rasterbohrungen für die flexible Anordnung von Konstruktions- und Regalböden. Ein einfaches Steckprinzip ermöglicht den unkomplizierten Auf- und Abbau der Grundelemente. Und das ohne Werkzeugeinsatz.
Initiiert wurde die „Concept Kitchen“ vom Zubehör- und Küchentechnikspezialisten Naber aus Nordhorn. Für die Entwicklung und Gestaltung zeichnet das Designbüro Kilian Schindler verantwortlich. Zur Living­Kitchen 2011 wurde das System erstmals gezeigt – als Studie. Die Serienproduktion läuft seit September 2013. Und zwar beim Unternehmen Tolix in Frank­reich, einem international renommierten Hersteller von Stahlmöbeln. Seit der Premiere wurde das System bereits mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet. Zum Beispiel mit dem „if Design Award“ in Gold und dem „German Design Award“ in Gold  sowie dem „Plus X Award“, dem „red dot award“ und dem „Interior Innovation Award“.

Zurückhaltende Formensprache

Die Module der „Concept Kitchen“ bestehen aus Stahlblech und setzen konsequent auf den reduzierten Materialeinsatz und eine zurückhaltende Formensprache. Eine Reduktion, wie ihn die Generation Apple liebt. Aber nicht nur die: „Inzwischen lassen sich viele verschiedene Kundengruppen in allen Altersklassen von der ­Concept Kitchen inspirieren“, sagt Nico ­Bergmann, der seit Sommer 2013 in enger Abstimmung mit der Geschäftsleitung den Vertrieb der Systemküche im Hause Naber steuert. Wobei „Inspiration“ ein Schlüsselbegriff ist, denn die Einsatzgebiete lassen sich längst nicht allein auf die Küche beschränken. In Büros und Verkaufsräumen machen die Module ebenfalls eine gute Figur, sie können aber auch in Hauswirtschaftsräumen, im Hobby-Keller, als Bücherregal oder für die Arbeit im Garten genutzt werden. Oder, oder, oder. „Aus den sechs Grundmodulen lassen sich unbegrenzte Möglichkeiten für alle Wohn- und Lebensbereiche entwickeln“, erläutert Nico Bergmann. Entsprechend wurde die Bezeichnung „Concept Kitchen“ durch „Concept Home“ und „Concept Office“ ergänzt.

Internationaler Vertrieb
Bergmanns Tätigkeitsfeld ist längst international ausgerichtet: Rund 200 Händler sowie weitere Partner aus den Bereichen Interior-Design und Innenarchitektur erfüllen mit den Modulen der „Concept ­Kitchen“ individuelle Kundenwünsche. Das Netzwerk reicht bis Paris, London und Tokio. Selbst am Broadway in New York gibt es die Systemmöbel von ­Naber. In Australien ebenso. Die jüngste Anfrage kam aus Südamerika. Für den Vertriebsverantwortlichen ist der globale Erfolg kein Wunder. Er basiere auf der beschriebenen Flexibilität und Vielfalt bei den Einsatzmöglichkeiten – und auf dem zurückhaltenden Erscheinungsbild der Stahlmöbel. Eine intensive mediale Präsenz in Print-Magazinen, Sozialen Netzwerken, Online-Blogs und De­signer-Foren sorge für die virale Verbreitung.
Module der „Concept Kitchen“ fügen sich in unterschiedliche Einrichtungsstile ein und harmonieren auch mit bereits vorhandenen Möbeln. Gleichzeitig geben sie jedem Raum das gewisse Etwas. Davon lassen sich Planer und Händler inspirieren, die ihren Kunden persönliche Einrichtungswünsche erfüllen wollen. „Die ‚Concept Kitchen‘ ist auf dem Weg, ein Klassiker zu werden“, sagt Bergmann selbstbewusst.
Küchenspezialisten böte das System einen zusätzlichen Vorteil – über die Erfüllung individueller Kundenwünsche hinaus. Denn eine „Concept Kitchen“ im Schaufenster oder in der Werbung signalisiere Modernität und Innovation“. Bergmann: „Damit kann man auf sich aufmerksam machen und sein Image prägen.“ Frei nach dem Motto: „Die haben was Neues.“

Alles auf Lager
Die sechs Grundmodule hat Naber stets am Lager. Das garantiere kurze Lieferzeiten. Standardfarbe ist Weiß (RAL 9003). Gewählt werden kann optional aus drei Arbeitsplattenmaterialien: 1. Stahlblech in Weiß, Oxyd oder Grau. 2. Schichtstoff in sechs Farben. 3. Edelstahl. Die Module gibt es wahlweise in den Breiten 133 und 73 cm mit Höhenverstellern oder Rollen. Der Technik-Tower ist 190 cm hoch. Grundsätzlich sind alle Module 64 cm tief, seit Neuestem gibt es aber auch ein 35 cm tiefes Modul in Breiten von 64 bzw. 90 cm. Auf der area30 im September 2014 präsentierte ­Naber zudem Schubladen als seriennahe Prototypen. Das Besondere am „Allerweltsprodukt Schublade“ beschreibt das Unternehmen so: „Kaum sichtbar und als glatte Fläche in das Möbel eingefügt, bieten die Schubladen bei minimalem Erscheinen maximalen Platz.“

Lebendiges System
Ergänzungen dieser Art sind das Ergebnis steter Entwicklungsarbeit. Der Input dafür kommt aus dem eigenen Haus und weiterhin von Kilian Schindler. Aufgegriffen werden zudem Anregungen von Handelskunden und vor allem von privaten Einrichtern. Denn mit der „Concept Kitchen“ ist Naber nicht nur in der Fachwelt präsent, sondern sucht den Kontakt zu Küchenkäufern und Designliebhabern auf zahlreichen Endverbraucherveranstaltungen weltweit. Parallel zur area 30 im September war der Anbieter zum Beispiel auf der Designmesse „100%Design“ im Rahmen des London Design Festival präsent, und im November ging es nach Shanghai.
Kompatibilität ist bei jeder dieser Entwicklungen und Ergänzungen oberstes Gebot. „Jedes neue Zubehörteil muss in das bestehende System integrierbar sein“, sagt Nico Bergmann. Wohin die Evolution der „Concept ­Kitchen“ genau steuern wird, ist nicht in Granit gemeißelt. Es handele sich um ein lebendiges System, „das sich mit den Anforderungen des Marktes und der Kunden entwickelt.“

www.n-by-naber.com


Zur Person
Kilian Schindler (*1981) studierte Produktdesign in Deutschland und Frankreich. Seine Projekte wurden unter anderem von Werner Aisslinger, James Irvine, Florence Doleac und Stefan Diez betreut und bereits in kuratierten Ausstellungen in Köln, Mailand, Paris und Moskau präsentiert. Seit 2009 entwirft Schindler mehrfach ausgezeichnete Produkte für international renommierte Kunden wie Rosenthal, Schönbuch oder DePadova. Die Kooperation mit der Naber GmbH begann 2010.

www.kilianschindler.com