04.12.2020

Langfristige Lieferpartnerschaft statt eigener Produktion: Blanco gibt die Fertigung von Keramikspülen in der Türkei auf und konzentriert sich konsequenter auf das Gesamtsystem Wasserplatz. Das Management vor Ort übernimmt.

Blanco trennt sich von der Keramikfertigung in Eigenregie und hat mit der neuen Gesellschaft eine langfristige Liefervereinbarung geschlossen. Foto: Blanco

Der langjährige bisherige Interims-Manager, Tufan Uçar, übernimmt die Produktion in Istanbul im Zuge eines Management- Buy-Out (MBO). Er wird das Werk unter dem Namen Nuevo Seramik A.Ş. fortführen. Gleichzeitig schließt Blanco mit der neuen Gesellschaft eine langfristige Liefervereinbarung über die gefertigten Spülen und Becken. Die Transaktion trat nach Genehmigung der Behörden zum 26. November 2020 in Kraft.

Ressourcen freisetzen
Andreas Ostermann von Roth, Chief Operations Officer (COO) von Blanco, sieht in der Vereinbarung viele Gewinner. „Die künftige Eigenständigkeit des Werks setzt bei Blanco interne Ressourcen frei, die es uns ermöglichen, unsere Positionierung als führender Systemanbieter eines integrierten, nahtlosen Wasserplatzes erfolgreich weiter zu entwickeln. Die Fortführung des Werks unter der bisherigen Leitung gibt den Mitarbeitern in Istanbul eine klare Perspektive. Gleichzeitig gewährleistet der MBO einen nahtlosen Übergang für unsere Kunden. Mit Herrn Uçar als Partner und dem eingespielten ganzen Team sichern wir die Versorgung unserer Kunden mit Keramikbecken in der gewohnten hochwertigen Blanco-Qualität“, betont der Geschäftsführer.

Kleiner Markt für ein komplexes Produkt
Mit dem Aufbau einer eigenen Fertigung von Spülen und Becken aus Keramik wollte sich Blanco aus Materialsicht als Komplettanbieter am Spülenmarkt etablieren. Mit Produkten aus Edelstahl und farbigen Verbundwerkstoffen (Silgranit) ist das Unternehmen ohnehin weltweit führend. Doch Spülen aus Keramik sind in vielen Märkten ein relativ kleines Segment, und gleichzeitig ist die Fertigung sehr komplex. Das musste auch Blanco nach Start der Fertigung in Istanbul im Jahr 2008 erfahren. Es gab technische Anlaufschwierigkeiten, die zu überwinden waren. Nun folgte also der Ausstieg aus der Eigenfertigung, wenngleich das Produkt „Keramikspüle“ weiter im Programm bleibt. Jedoch betont das Unternehmen in einer Presseinformation: „Nach wie vor bestehen die meisten Spülen weltweit aus Edelstahl. In Deutschland ist Blanco der größte Hersteller von Edelstahl-Spülen. Spülen aus farbigem Verbundwerkstoff verzeichnen hohe Wachstumsraten und stellen das zweitgrößte Segment des Marktes dar. In diesem Bereich ist Blanco mit seinen Silgranit-Spülen Weltmarktführer.“

Nahtlos integrierte Lösungen
Mit seiner neuen, jüngst kommunizierten Ausrichtung verfolgt Blanco das Ziel, noch stärker als Marke für nahtlos integrierte Lösungen am Wasserplatz in der Küche wahrgenommen zu werden. Konsumenten sollen mit täglich erlebbarem Komfort und Nutzen rund ums Trinken, Vorbereiten und Reinigen begeistert werden. Mit den 2020 eingeführten Unit drink.systems setzte Blanco im Produktbereich bereits ein entsprechendes Signal im Markt.

www.blanco.de