19.06.2019

Die Gesellschaften der „Blanc & Fischer“ Familienholding, zu der auch Blanco und E.G.O. gehören, haben 2018 in Summe den Vorjahresumsatz unter schwierigen Rahmenbedingungen behauptet: Der Umsatz wurde um 0,3% gesteigert und bleibt mit rund 1,2 Mrd. Euro stabil.

Dr. Johannes Haupt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Blanc & Fischer Familienholding. Foto: Blanc & Fischer

„Damit sind wir angesichts der wirtschaftlichen Umgebung zufrieden. Man könnte auch sagen: Wir haben uns in schwierigem Umfeld gut behauptet, denn die für uns relevanten Märkte haben im vergangenen Jahr stagniert oder sind leicht geschrumpft“, erklärte Dr. Johannes Haupt, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) der Blanc & Fischer Familienholding, bei der Jahres-Pressekonferenz in der neuen Zentrale der E.G.O.-Gruppe in Oberderdingen. „Für 2019 rechnet die Branche wieder mit einem Wachstum. Das tun wir auch, wobei wir uns vorgenommen haben, wieder stärker zu wachsen als der Markt und deshalb ein Umsatzplus von rund 5% auf 1,253 Mrd. Euro anpeilen.“

Den Lebensraum Küche prägen
Zur Familienholding gehören sechs Unternehmen: Arpa, Blanc und Fischer IT Services, Blanco, Blanco Professional, Defendi und E.G.O. Innerhalb der Gruppe ist E.G.O. der Spezialist für die Entwicklung und Produktion von Komponenten und Systemen für die Hausgeräte-Industrie. Blanco ist ein führender Hersteller von Spülen, Küchenarmaturen und Abfalltrennsystemen. Blanco Professional hat sich auf die Ausstattung von Großküchen spezialisiert und agiert als Zulieferer für unterschiedliche Industriebranchen. Die italienische Defendi-Gruppe ist der Spezialist für das Kochen und Backen mit Gas, und Arpa mit Sitz in Frankreich gilt als ein bedeutender europäischer OEM-Hersteller, der auf das Oberflächenkochen spezialisiert ist, sein Produktportfolio derzeit aber „sehr erfolgreich“ darüber hinaus ausbaue. Die Blanc und Fischer IT Services arbeitet als gruppeneigener Dienstleister, der sich um die IT-Prozesse und Digitalisierungsanwendungen innerhalb der Blanc & Fischer Familienholding kümmert. Dr. Haupt: „All diese Gesellschaften haben eines gemeinsam: Sie prägen den Lebensraum Küche weltweit – in Form von Endprodukten, Komponenten und Systemen.“

Uneinheitliche Entwicklung
2018 haben sich die Teilkonzerne uneinheitlich entwickelt. Die Blanco-Gruppe und der Unternehmensbereich Arpa haben den Umsatz gesteigert, während Defendi, Blanco Professional und die E.G.O.-Gruppe leichte Rückgänge verzeichneten. Die E.G.O.-Gruppe bleibt mit einem Umsatzanteil von knapp 49% die größte Gruppe innerhalb des Konzerns. Blanco legt um einen Prozentpunkt auf 33% zu, Blanco Professional bleibt bei 10%, Arpa wächst gerundet auf 4%, und Defendi gibt – ebenfalls gerundet – einen Prozentpunkt auf 5% ab. In der regionalen Betrachtung lag 2018 der Umsatzanteil Europas bei rund 73%, gefolgt von Amerika mit 18,5% und Asia Pacific mit 8,5%. Die Zahl der Mitarbeiter der Unternehmensgruppe ist im Vergleich zum Vorjahr um ein knappes Prozent von 8.415 auf 8.355 im Jahresdurchschnitt gesunken.

Innovationsquote unverändert hoch
„Die Innovationsquote – also der Umsatzanteil von Produkten, die nicht länger als drei Jahre auf dem Markt sind – ist unverändert hoch“, erklärte Dr. Haupt. Bei Arpa liegt diese Innovationsquote in einer dreijährigen Betrachtung bei 32%, bei E.G.O. sind es 29%. Defendi weist in dieser Zeitspanne mit 13% den geringsten Wert auf. Blanco Professional hat eine Innovationsquote von 31% und die Blanco-Gruppe von 29%.

Optimale Rahmenbedingungen schaffen
„Die Blanc & Fischer Familienholding steht seit mehr als 90 Jahren für Innovationen rund um die Küche. Innovation ist daher ein zentraler Teil unserer DNA, und sie ist absolut essenziell für den langfristigen Erfolg der Gruppe“, erklärte Dr. Haupt. Dazu trägt die Familienholding nach seinen Worten bei, indem sie für alle Teilgesellschaften optimale Rahmenbedingungen schafft und Synergien nutzt. Als Beispiele nannte Dr. Haupt drei aktuelle Projekte: den Aufbau einer neuen Personal-Organisation, die digitale Transformation und das Marktforschungs-Projekt „Spyglass“, was mit „Fernglas“ für den Blick auf die europäischen Märkte und deren Chancen stehe. Dr. Haupt: „Die Studie hat deutlich gezeigt, dass einzelne Marktsegmente regelrecht explosionsartig wachsen. „Food to go“ ist ein solcher Bereich: Ein Gastronomie-Trend, der die Geschwindigkeit von Fast-Food mit einem hohen kulinarischen Qualitätsanspruch vereint und damit die Wünsche einer rasant wachsenden Zahl von Kunden trifft. Wer aber schnell auf hohem Niveau Essen zubereiten will, braucht dafür auch eine erstklassige Ausrüstung – und das macht diesen Trend zu einem hochinteressanten Wachstumsfeld für die Unternehmen Familienholding.

Völlig neuartiges Arbeitsplatten-Konzept
Außerdem verfolge die Holding derzeit ein weiteres Projekt, bei dem es um ein vollkommen neues Arbeitsplattenmaterial geht: „Das Konzept Cucina 4.0 steht für ein neuartiges Material, ein vierschichtiger Werkstoff mit einer extrem robusten Oberfläche“, so Dr. Haupt. „In dieses Material können wir Induktions- und Steuerungstechnologie integrieren und eine Spüle samt Küchenarmatur und Abfallsortiersystem einlassen. Damit ist es je nach Bedarf entweder Teil einer Spüle, eine Kochfläche oder eine sehr belastbare Arbeitsplatte, auf der man beispielsweise direkt schneiden kann wie auf einer Granitfläche. Das bietet natürlich jede Menge Möglichkeiten für Design und Individualisierbarkeit und passt damit hervorragend zu unserem Ziel, den Lebensraum Küche mit neuen Technologien noch besser zu machen.“ Die ersten Reaktionen auf dieses Konzept seien „absolut vielversprechend“: Ob Gerätehersteller, Gastronomie oder Konsumenten – die Idee der Verschmelzung von Arbeitsplatte und Kochfeld mit integrierter Spüle habe bislang alle spontan begeistert“, sagte Dr. Haupt.

Digitale Transformation als Dauerthema
Ein weiterer Schwerpunkt der Holding ist nach den Worten ihres CEOs die digitale Transformation: „Natürlich beschäftigen auch wir uns sehr intensiv damit und haben eine konzernweite Digitalisierungs-Strategie entwickelt, die sowohl nach innen als auch nach außen zielt“, berichtete Dr. Haupt. Nach außen geht es darum, die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Entwicklung neuer Technologien und Produkte zu nutzen – und zwar immer mit der Maßgabe, dass so entstehende Innovationen einen deutlich spürbaren Nutzen für die Menschen bringen müssen. Nach innen loten wir natürlich auch die Chancen aus, mit der Digitalisierung unsere Fertigungsprozesse noch produktiver zu machen, Entwicklungsprozesse zu beschleunigen, die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten zu verbessern und zielgerichtet neue, erfolgversprechende Geschäftsmodelle zu identifizieren. Das alles macht die digitale Transformation zu einem Dauerthema, das uns in Zukunft ständig in immer neuen Formen beschäftigen wird: in effizienteren Prozessen bei neuen Produkten und vor allem neuen Geschäftsmodellen. Dass dies zentral von der Holding koordiniert werden muss, ist selbstverständlich. Denn wir können und wollen es uns nicht leisten, dass jeder Teilkonzern nur sich selbst optimiert. Das Ganze ist auch hier mehr als die Addition der Einzelthemen.“

www.blanc-fischer.com