Nobilia: Die Umsatz-Milliarde im Visier
17.02.12 - 08:21 Uhr
Auch 2011 konnte Küchenmöbelhersteller nobilia, Verl, seinen Umsatz kräftig steigern. 8,6% bzw. 67,7 Mio. Euro waren es diesmal. In der Summe kamen 850,1 Mio. Euro zusammen. Eine durchschnittliche Wachstumsrate von 5% vorausgesetzt, dürften die Ostwestfalen spätestens 2014 an der Umsatz-Milliarde kratzen; bei diesen Stationen: 2012 – 892,5 Mio. Euro; 2013 – 937 Mio. Euro; 2014 – 983 Mio. Euro.

Gute Zahlen machen gute Laune: Dr. Günter Scheipermeier, Vorsitzender der nobilia-Geschäftsleitung bei der Bekanntgabe der Bilanzdetails 2011.
Schon seit einigen Jahren verläuft die Umsatzentwicklung bei nobilia stets einen Tick positiver als im Branchendurchschnitt. Im vergangenen Jahr zum Beispiel sind die Erlöse der deutschen Küchenmöbelindustrie im Inland Verbandsmeldungen zufolge um 5% gestiegen, während nobilia um 6,2 % zugelegt hat. Im Exportgeschäft beträgt die durchschnittliche Steigerung etwa 9%, der nobilia-Schub 12,7%.
Während sich das Inland als stabil erweist, geht ein Großteil des Wachstums auf die ausländischen Märkte zurück. „Wie auch in den vorhergehenden Jahren sind wir im Exportgeschäft überproportional gewachsen“, erläuterte Dr. Günter Scheipermeier und nannte Frankreich als den wichtigsten Auslandsmarkt für den Küchenmöbelhersteller, danach folgen Belgien, Österreich und die Niederlande. In absoluten Zahlen: 2011 hat nobilia ein Umsatzplus von 67,7 Mio. Euro erwirtschaftet; 30,5 Mio. Euro davon hat das Inland beigetragen, 36,6 Mio. Euro die Exportmärkte.
Alle genannten Marktzahlen in diesem Beitrag sind übrigens ohne Ikea-Werte berechnet, da sich der schwedische Konzern nicht an statistischen Erhebungen beteiligt.
Holz und Geräte
In der Summe macht nobilia als Küchenmöbelhersteller nach wie vor mehr Umsatz mit Holz als mit Geräten, doch auch das Geschäft mit Elektrogeräten und Zubehör hat zugelegt. Dr. Scheipermeier sprach von einem noch unterproportionalen, aber positiven Wachstum. Im Inland sei die Quote der Komplettkommissionen konstant; hier werden mehr als die Hälfte der 330.000 produzierten Küchen im Block ausgeliefert. Im Ausland wird der Umsatz hingegen überwiegend mit Holzteilen gemacht, der in Deutschland verbreitete gemeinsame Vertrieb von Möbeln, E-Geräten und Zubehör, greift jenseits der Grenzen eher schleppend. „Die Besonderheiten des Blockgeschäfts einem Deutschen zu erklären ist schwierig, einem Ausländer fast unmöglich“, so Dr. Scheipermeier.
Beim nobilia-Geschäft mit Elektrogeräten umfasst das Markenspektrum im oberen Segment unverändert die Marken Siemens und AEG. Der mittlere Bereich, der traditionell mit der Marke Constructa bestückt ist, wurde bereits in 2009 mit der Marke Progress verstärkt. Maßgeblich für den großen Erfolg der Marke Progress am Markt sieht Dr. Scheipermeier „neben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ohne Zweifel die Exklusivität dieser Marke“. Deshalb wurde diese Strategie fortgesetzt: Anfang 2011 mit der Marke Junker aus dem Hause BSH und auf der Hausmesse im September 2011 mit der Marke Leonard aus dem Hause Electrolux. „Es ist kein Geheimnis, dass für den Handel der Internet-Vertrieb von Elektrogeräten ein zunehmendes Problem darstellt“, erläuterte der nobilia-Chef. Die drei internetfreien Marken Progress, Junker und Leonard stellten für den Handel eine bedenkenswerte Alternative dar.
Wachstum bei Küchenspezialisten
2011 konnte nobilia seine Vorrangstellung am deutschen Markt weiter ausbauen, und auch gemessen am Produktionsvolumen dürfte auf europäischer Ebene eine führende Position unstreitig sein. Nach den Feststellungen der GfK hat sich der inländische Marktanteil von nobilia mit knapp 30% am Gesamtmarkt stabilisiert (ohne Ikea). In dem Vertriebsweg Einrichtungshäuser konnte die dominierende Stellung von 35,2% in 2010 nochmals auf 37,0% ausgeweitet werden. Rückläufig war dagegen die Entwicklung des Marktanteils im Segment Mitnahme/SB. Die Reduzierung von 21,0% auf 19,4% erklärt sich laut Dr. Scheipermeier im Wesentlichen mit dem steigenden Anteil von zerlegter Ware in diesem Marktsegment. Zerlegte Küchen bietet nobila nicht an.
Als „erfreulich“ bewertet das Unternehmen hingegen die Positionierung im Vertriebsweg der Küchenspezialisten. Mit einer Steigerung des Marktanteils von 24,6 % in 2010 auf nunmehr 25,9 % liege – an der Anzahl der Kommissionen gemessen – auch hier die Marktführerschaft bei nobilia.
Einen ausführlichen Bericht über Fakten und Zahlen rund um nobilia und über die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Unternehmens lesen Sie in der Ausgabe 3 / 4 _ 2012 vom KÜCHENPLANER (Erscheinungsdatum 5.4.2012).
www.nobilia.de
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